Deutsche Tageszeitung - Wird Kennedy Center abgerissen? Trump-Fotos sorgen für Wirbel

Wird Kennedy Center abgerissen? Trump-Fotos sorgen für Wirbel


Wird Kennedy Center abgerissen? Trump-Fotos sorgen für Wirbel

Plant US-Präsident Donald Trump den Abriss des renommierten Kulturzentrums Kennedy Center in Washington? Fotos der Nachrichtenagentur AFP scheinen dies zu belegen. Auf den Bildern des Fotografen Brendan Smialowski ist Trump durch das Fenster der Präsidentenmaschine Air Force One mit einem Ausdruck einer Vorlage zu sehen, über der in roten Buchstaben zu lesen ist "Kennedy Center Demolish" (etwa: Abriss des Kennedy Centers).

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Der Ausdruck scheint die Zerstörung eines Gebäudes zu zeigen und ein gelbes Baufahrzeug, das Trümmer wegschaufelt. Die am Donnerstag (MESZ) veröffentlichten Fotos von Trump entstanden am Mittwoch auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews südöstlich der Hauptstadt Washington. Die AFP-Aufnahmen und ähnliche Fotos der "New York Times" verbreiteten sich rasch in Online-Netzwerken und erzielten dort Millionen von Aufrufen. Das Weiße Haus kommentierte die Bilder vorerst nicht.

Der Präsident hatte am Dienstag die sofortige Schließung des Kennedy Centers in der US-Hauptstadt verkündet. Hintergrund ist ein Rechtsstreit um die von Trump verlangte Anbringung seines eigenen Namens an der Fassade. Ein US-Bundesrichter hatte dies zuvor erneut verweigert.

Die Kultureinrichtung war 1971 zu Ehren des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy eröffnet worden. Trump warf der Leitung nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 eine links-"woke" Haltung vor und setzte sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern.

Das Gremium beschloss im vergangenen Dezember die Umbenennung in "Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts". Trumps Name wurde daraufhin in Großbuchstaben auf der Fassade über dem Kennedys angebracht. Gerichte erklärten dies jedoch für unrechtmäßig, da nur der Kongress eine Namensänderung beschließen kann.

Die Schließung des Zentrums begründete Trump mit angeblich notwendigen Renovierungsarbeiten in Millionenhöhe, zuletzt wurden Bauzäune rund um das Gebäude am Fluss Potomac aufgestellt. Die Regierung begründete dies mit Sicherheitsbedenken - sie spricht unter anderem von herabfallendem Deckenputz.

Der 80-jährige Präsident sagte, für die Renovierung müsse seine Regierung auf jeden Fall "Anerkennung" erhalten. Ansonsten werde das Zentrum für immer schließen. "Am Ende wird es abgerissen", drohte er.

Im Oktober 2025 hatte Trump bereits den historischen Ostflügel des Weißen Hauses in Washington abreißen lassen, um Platz für einen Ballsaal für bis zu 1000 Gäste zu schaffen. Denkmalschützer haben die Regierung deshalb verklagt. Das Oberste Gericht der USA erlaubte den Weiterbau des Ballsaals Ende August aber bis auf Weiteres.

Die nun veröffentlichten Fotos von Trump dienen ebenfalls als Gerichtsunterlagen. Sie flossen in eine Klageschrift der demokratischen Kongressabgeordneten Joyce Beatty ein, die im Vorstand des Kennedy Centers sitzt und juristisch gegen die Schließung vorgeht. Beatty sagte laut US-Medien, Trump habe bei der letzten Vorstandssitzung einen Wutanfall bekommen, als er von der Entscheidung gegen die Umbenennung erfahren habe.

Auch andere Demokraten-Politiker kritisierten Trumps Vorgehen scharf. Der Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, sagte, der Präsident müsse "von einem weiteren Eitelkeits-Projekt" abgehalten werden, das nur Steuerzahlergeld verschlinge. Nach der Übernahme durch Trump brachen die Besucherzahlen des Kennedy Centers ein, Künstlerinnen und Künstler sagten Auftritte ab.

(G.Khurtin--DTZ)

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