Deutsche Tageszeitung - US-Geheimdienste: Russland steckt "wahrscheinlich" hinter massivem Cyberangriff

US-Geheimdienste: Russland steckt "wahrscheinlich" hinter massivem Cyberangriff


US-Geheimdienste: Russland steckt "wahrscheinlich" hinter massivem Cyberangriff
US-Geheimdienste: Russland steckt "wahrscheinlich" hinter massivem Cyberangriff / Foto: ©

Der im Dezember aufgedeckte Cyberangriff auf die US-Regierung ist nach einhelliger Einschätzung der US-Geheimdienste und anderer Behörden mutmaßlich von Russland ausgegangen. Die meisten der kürzlich entdeckten Cybereingriffe in Netzwerke innerhalb und außerhalb der US-Regierung hätten "wahrscheinlich" einen russischen Ursprung, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung dieser Behörden. Sie widersprachen damit dem scheidenden Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte gemutmaßt, China könnte hinter der Attacke stecken.

Textgröße ändern:

Allerdings hatten auch Außenminister Mike Pompeo und der inzwischen zurückgetretene Justizminister Bill Barr Russland als Urheber des Cyberangriffs bezeichnet, nachdem sie dazu Rücksprache mit den Geheimdiensten gehalten hatten. Russland bestreitet jegliche Beteiligung an der Attacke.

Die jetzige Erklärung zu dem Cyberangriff wurde von der Bundespolizei FBI, dem koordinierenden Direktorium der Geheimdienste, dem Geheimdienst NSA und der Behörde für Cybersicherheit (Cisa) veröffentlicht.

Ziel des monatelangen Angriffs waren nach Angaben der Cisa Regierungsbehörden, wichtige Infrastruktur wie etwa Stromnetze sowie private Unternehmen. Die Behörde präzisierte nicht, welche Behörden betroffen waren. Einige Ministerien haben jedoch eingeräumt, zur Zielscheibe der Hacker geworden zu sein. Darunter waren das Außen-, Finanz- und Heimatschutzministerium. Auch das Energieministerium, welches das US-Atomarsenal verwaltet, war betroffen.

Die Angriffe führten die Hacker über eine Software des US-Unternehmens SolarWinds. Diese Software wird in den USA von vielen Behörden und Firmen verwendet. SolarWinds räumte ein, dass Hacker eine Hintertür in einem Update seiner Software ausgenutzt hätten. Nach Angaben der IT-Firma nutzen bis zu 18.000 Kunden weltweit die Software.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Nach Wahldebakel in Mainz: SPD-Spitze setzt auf Reformen statt Personaldebatten

Nach dem Wahldebakel in Rheinland-Pfalz hat die SPD-Bundesspitze einen Rückzug abgelehnt und setzt stattdessen auf einen entschiedenen Reformkurs. Die Menschen erwarteten, "dass die SPD sich nicht jetzt in Selbstzerfleischung ergießt", sagte Parteichefin Bärbel Bas am Montag in Berlin. Das Land brauche stattdessen "jetzt auch eine starke Regierung und die SPD wird am Ende davon profitieren".

Früherer französischer Regierungschef Jospin im Alter von 88 Jahren gestorben

Der frühere französische Regierungschef Lionel Jospin ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 88 Jahren, wie seine Familie am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Der langjährige Chef der sozialistischen Partei war von 1997 bis 2002 Premierminister. Er zog sich aus der Politik zurück, nachdem er bei der Präsidentschaftswahl 2002 eine bittere Niederlage erlitt und in der ersten Runde vom Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen überraschend aus dem Rennen geworfen wurde. Jospin pflegte die deutsch-französische Freundschaft in seiner Zusammenarbeit mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Presse: Koalition könnte kostenlose Krankenversicherung für Ehepartner abschaffen

Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung könnte nach einem Pressebericht für viele Familien spürbar teurer werden. Wie das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Koalitionskreise meldete, gibt es in der Bundesregierung Gespräche darüber, die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner abzuschaffen. Wer bisher kostenlos mitversichert war, solle demnach künftig einen Mindestsatz von etwa 225 Euro im Monat zahlen.

FDP-Wahldebakel: Jungliberale fordern Rücktritt der Parteispitze

Nach dem Wahldebakel für die FDP in Rheinland-Pfalz fordern die Jungen Liberalen (Juli) den Rücktritt von Parteichef Christian Dürr und Generalsekretärin Nicole Büttner. "Wir brauchen einen inhaltlichen und personellen Neuanfang", sagte Juli-Chef Finn Flebbe dem Medienportal "The Pioneer" am Montag. Dürr und Büttner hätten es nicht geschafft, "klar zu machen, wofür die FDP heute eigentlich steht".

Textgröße ändern: