Deutsche Tageszeitung - Human Rights Watch fordert Untersuchung zu hunderten Verschwundenen in Libyen

Human Rights Watch fordert Untersuchung zu hunderten Verschwundenen in Libyen


Human Rights Watch fordert Untersuchung zu hunderten Verschwundenen in Libyen
Human Rights Watch fordert Untersuchung zu hunderten Verschwundenen in Libyen / Foto: ©

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat eine Untersuchung zu hunderten Vermissten in Libyen gefordert. Die von der UNO anerkannte Einheitsregierung in Tripolis müsse untersuchen, was den verschwundenen Bewohnern der Stadt Tarhuna zugestoßen sei, forderte die Organisation am Donnerstag. Bei Tarhuna waren im Juni einen Tag nach dem Rückzug der Truppen des libyschen Generals Chalifa Haftar Massengräber entdeckt worden.

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In 27 Gräbern seien bislang 120 Leichen gefunden worden, teilte HRW unter Berufung auf libysche Behörden mit. "Mindestens 338 Bewohner von Tarhuna wurden als vermisst gemeldet, seit die lokale Al-Kani-Miliz 2015 die Kontrolle über die Stadt erlangte", erklärte die Organisation. Die Miliz habe nach Angaben der Bewohner häufig Menschen entführt, gefoltert, getötet und verschwinden lassen, die ihnen Widerstand leisteten.

Die UNO und ausländische Regierungen sollten die Untersuchungen mit Forensikern und DNA-Tests unterstützen. Die libyschen Behörden hätten HRW mitgeteilt, dass ihnen für eine schnelle Aufarbeitung finanzielle Mittel und geschultes Personal fehle.

Die Behörden sollten die notwendigen Schritte einleiten, um "die Leichen zu identifizieren und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen", sagte HRW-Libyen-Experte Hanan Salah. Die USA hatten die Al-Kani-Miliz im November mit Sanktionen belegt und werfen ihr vor, für die Massengräber bei Tarhuna verantwortlich zu sein.

Libyen ist seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von gewaltsamen Konflikten und Machtkämpfen geprägt. Die von der UNO anerkannte Einheitsregierung in Tripolis befindet sich im Konflikt mit General Haftar, dessen Truppen große Gebiete im Osten und Süden Libyens kontrollieren.

(W.Novokshonov--DTZ)

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