Deutsche Tageszeitung - Vorgehen der Kapitolspolizei bei Sturm auf US-Kapitol wird untersucht

Vorgehen der Kapitolspolizei bei Sturm auf US-Kapitol wird untersucht


Vorgehen der Kapitolspolizei bei Sturm auf US-Kapitol wird untersucht
Vorgehen der Kapitolspolizei bei Sturm auf US-Kapitol wird untersucht / Foto: ©

Nach dem Sturm von randalierenden Demonstranten auf das US-Kapitol hat die Kapitolspolizei eine interne Untersuchung angekündigt. Der Leiter der Sicherheitskräfte, Steven Sund, sagte am Donnerstag, seine Behörde habe lediglich mit einer Kundgebung von Anhängern des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump gerechnet. Die Ausschreitungen bezeichnete er als "kriminelles, randalierendes Verhalten".

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Er selbst habe noch nie einen vergleichbaren Einsatz erlebt, fügte Sund hinzu und verwies unter anderem auf die Entdeckung von zwei Rohrbomben. "Der gewaltsame Angriff auf das US-Kapitol war anders als alles, was ich jemals in meinen 30 Jahren in der Strafverfolgung hier in Washington erlebt habe", betonte er.

Der Polizist, der bei den Unruhen eine Demonstrantin erschossen hat, wurde laut Sund vorläufig beurlaubt. Der Vorfall werde untersucht. Das Vorgehen der Kapitolspolizei gegen zahlreiche randalierende Demonstranten hat heftige Kritik nach sich gezogen. Beobachter wunderten sich unter anderem, warum nur eine kleine Anzahl von Beamten das berühmte Gebäude zu schützen schien.

Die Sicherheitskräfte wurden schnell von den Protestierenden überwältigt. Offenbar hatten sie nicht rechtzeitig Unterstützung von der Stadtpolizei in Washington angefordert. Der Washingtoner Polizeichef Robert Contee teilte am Donnerstag mit, dass seine Behörde gegen 13.00 Uhr (Ortszeit) einen Hilferuf erhalten habe. Zu diesem Zeitpunkt bahnten sich zahlreiche Demonstranten demnach bereits ihren Weg durch die Absperrungen. "Die Dinge standen zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich schlecht", sagte Contee.

Der US-Senator von Hawaii, Brian Schatz, kritisierte den Einsatz der Kapitolspolizei am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Das Sicherheitskonzept des US-Kapitols braucht eine Generalüberholung", schrieb er.

(P.Tomczyk--DTZ)

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