Deutsche Tageszeitung - Biden gibt Nominierungen für Handels- und Arbeitsministerium bekannt

Biden gibt Nominierungen für Handels- und Arbeitsministerium bekannt


Biden gibt Nominierungen für Handels- und Arbeitsministerium bekannt
Biden gibt Nominierungen für Handels- und Arbeitsministerium bekannt / Foto: ©

Der künftige US-Präsident Joe Biden hat weitere Minister für das nach Angaben seines Teams "vielfältigstes Kabinett" der Geschichte des Landes nominiert. Die Gouverneurin von Rhode Island, Gina Raimondo, ist für den Posten der Handelsministerin vorgesehen, wie Bidens Übergangsteam am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Bostons Bürgermeister Martin Walsh soll in der künftigen Regierung demnach das Arbeitsministerium übernehmen. Zuvor war am Donnerstag bereits der moderate Richter Merrick Garland als Justizminister nominiert worden.

Textgröße ändern:

Für die Leitung der Bundesbehörde für kleine und mittlere Unternehmen nominierte Biden Isabel Guzman, die bereits unter dem früheren Präsidenten Barack Obama für die Small Business Administration (SBA) tätig war.

"Der designierte Präsident Joe Biden hat zwei Dutzend Mitglieder des Kabinetts ernannt, das vielfältigste in der amerikanischen Geschichte", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des Übergangsteams. Biden hatte bereits vor einem Monat mehrere Schlüsselposten in seinem Wirtschaftsteam vergeben. Die frühere Notenbankchefin Janet Yellen nominierte er als Finanzministerin.

Ziel seiner Regierung sei es, "uns aus der schlimmsten Jobkrise seit fast einem Jahrhundert zu befreien" und die Mittelschicht zu stärken, erklärte Biden am Donnerstag. Dazu müssten kleinere Unternehmen und die Gewerkschaften unterstützt werden. Die Corona-Pandemie hatte die USA in eine beispiellose Wirtschaftskrise gestürzt, Millionen Arbeitnehmer verloren ihren Job.

Sollte ihre Nominierung vom Senat bestätigt werden, würde Raimondo die Nachfolge von Handelsminister Wilbur Ross antreten, in dessen Verantwortungsbereich unter anderem die Handelsstreitigkeiten mit China und die Regulierung großer Internetkonzerne fällt.

Walsh wäre im Falle seiner Bestätigung durch den Senat nach Angaben des Biden-Teams der erste frühere Gewerkschafter seit 50 Jahren, der den Posten des Arbeitsministers übernimmt. Er wird sich insbesondere mit den durch die Pandemie veränderten Arbeitsbedingungen in Unternehmen beschäftigen müssen.

Mit Garland hatte Biden einen erfahrenen Richter für das Justizministerium nominiert. Der 68-Jährige arbeitet bislang am Bundesberufungsgericht der USA in Washington und gehört keiner politischen Partei an. Ihm war 2016 von den Republikanern die Ernennung für den Obersten Gerichtshof der USA verwehrt worden. Vorgeschlagen hatte ihn damals der demokratische Präsident Barack Obama.

Garlands Vorgänger, Bill Barr, war im Dezember zurückgetreten, nachdem er dem scheidenden Präsidenten Donald Trump widersprochen und erklärt hatte, es gebe keine Hinweise auf großangelegten Betrug bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November.

Der Demokrat Biden legt am 20. Januar seinen Amtseid als 46. US-Präsident ab. Anfang Dezember hat er begonnen, seine Regierungsmannschaft zusammenzustellen. Es wurden viele Frauen nominiert, außerdem Latinos und Afroamerikaner. Die designierten Minister müssen vom Senat bestätigt werden, wo seit der Stichwahl in Georgia nun aber Bidens Demokraten die Kontrolle haben.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Sabotage an Korvetten in Hamburg: Ermittlungen gegen Verdächtige eingestellt

Im Fall der versuchten Sabotage an Korvetten der deutschen Marine im Hamburger Hafen sind die Ermittlungen gegen zwei Verdächtige ohne Anklage eingestellt worden. Es habe nicht mit der rechtlich nötigen Sicherheit festgestellt werden können, wer von ihnen die Taten begangen haben könnte oder dass beide als Mittäter auf Basis eines gemeinsamen Plans zusammenwirkten, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Hamburg am Dienstag mit. Die Haftbefehle gegen die Männer waren bereits im März aufgehoben worden.

UNO meldet verstärkte Luftangriffe der Militärjunta auf Zivilisten in Myanmar

Die Militärjunta in Myanmar hat nach UN-Angaben ihre Luftangriffe auf Zivilisten verstärkt. Die im Januar begonnenen Angriffe hätten seitdem "unvermindert angehalten", hieß es in dem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht des Unabhängigen Untersuchungsmechanismus für Myanmar (IIMM) der Vereinten Nationen. Die Luftangriffe zielten demnach auf Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser, religiöse Stätten und Flüchtlingslager. Der Konflikt in dem südostasiatischen Bürgerkriegsland zeige keinerlei Anzeichen von Entspannung.

US-Medien: Trump wechselte nach Nato-Gipfel heimlich das Flugzeug in Catering-Fahrzeug

US-Präsident Donald Trump hat nach Informationen der "Washington Post" nach dem Nato-Gipfel in Ankara heimlich das Flugzeug gewechselt und ist mit einer kleineren Maschine abgereist als bisher gedacht. Grund dafür sei eine Morddrohung aus dem Iran gewesen, berichtete Zeitung am Montag (Ortszeit). Für den heimlichen Maschinenwechsel habe sich Trump in den Container eines Catering-Fahrzeugs begeben müssen. Das Weiße Haus verwies auf neue Sicherheitsverfahren.

Schulze fordert stärkere Einbeziehung der Bundeswehr bei Drohnenabwehr

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat eine stärkere Rolle der Bundeswehr bei der Drohnenabwehr im Inland gefordert. "Die Bedrohung durch Drohnen und hybride Angriffe ist real", sagte Schulze dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Dienstag. Bei der Abwehr müssten die Polizeien von Bund und Ländern sowie die Bundeswehr eng zusammenarbeiten. Die Grünen sehen hier hingegen in erster Linie die Bundespolizei in der Verantwortung.

Textgröße ändern: