Deutsche Tageszeitung - Spahn plant wegen Corona-Mutationen strengere Einreiseregeln

Spahn plant wegen Corona-Mutationen strengere Einreiseregeln


Spahn plant wegen Corona-Mutationen strengere Einreiseregeln
Spahn plant wegen Corona-Mutationen strengere Einreiseregeln / Foto: ©

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Ausbreitung hoch ansteckender Corona-Mutationen in Deutschland durch strengere Einreiseregeln eindämmen. Für Länder mit der neuen Virusvariante oder einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 soll in der neuen Reiseverordnung eine generelle Testpflicht vor Abflug für alle Reisenden eingeführt werden, wie der "Spiegel" am Dienstag berichtete. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wandte sich dagegen, Geimpfte bei der Rückkehr aus Risikogebieten besserzustellen.

Textgröße ändern:

Eine entsprechende Rechtsverordnung mit den geänderten Einreiseregeln soll dem Bericht zufolge bereits ab Donnerstag gelten. Eine "bundesweit einheitliche Einreisetestpflicht" sei nötig, um "unkontrollierte Einträge" von Corona-Mutationen aus dem Ausland zu stoppen, heißt es dem "Spiegel"-Bericht im Entwurf des Gesundheitsministeriums für die Rechtsverordnung.

Vor allem Reisende aus Großbritannien, Irland und Südafrika müssten wegen der dort verbreiteten Corona-Varianten bei Einreise in Deutschland einen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Wegen der hohen Sieben-Tages-Inzidenz wären nach aktuellem Stand aber auch Staaten wie die USA oder die Schweiz von der Regelung betroffen.

Neben den Pflichttests sieht der Ministeriumsentwurf dem Bericht zufolge auch vor, dass Reisende aus den betroffenen Ländern sich bei einem Online-Reiseportal registrieren müssen. Dies soll laut "Spiegel" eine Kontrolle der zehntägigen Quarantänepflicht für die Reisenden erleichtern. Auch sollen demnach die Mobilfunkbetreiber verpflichtet werden, deutsche und ausländische Handykunden kostenfrei mit einer "Einreise-SMS" über die Corona-Vorschriften in Deutschland zu informieren.

Der Bund soll eine Musterverordnung erstellen, die die Länder umsetzen können. Eine Bestätigung der Angaben gab es zunächst nicht. Die Rechtsverordnung befinde sich noch in der Abstimmung, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsminsteriums auf Anfrage.

Patientenschützer Eugen Brysch nannte es in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" verwunderlich, dass in dem Entwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium geimpfte Menschen privilegiert werden sollten. Berichten zufolge sollen in der von Spahn geplanten Musterverordnung geimpfte Menschen ebenso von der Quarantänepflicht ausgenommen werden wie Menschen, die bereits an Corona erkrankt waren.

"Sachsen-Anhalt hat diese Regelung sogar voreilig am letzten Freitag umgesetzt", kritisierte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz. "Damit ist absehbar, dass schon die Pläne der Bundesregierung und das Vorpreschen von Sachsen-Anhalt für große Verwirrung in der Bevölkerung sorgen werden."

Denn von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder habe es geheißen, Privilegien für Geimpfte werde es nicht geben. "Zudem ist die Regelung auch epidemiologisch hoch gefährlich. Denn kein Experte kann heute verbindlich einschätzen, ob Geimpfte immun sind oder das Virus sogar weitergeben können." Nicht einmal der Hersteller verspreche das.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Nach Ankündigung von Seeblockade: Huthi-Miliz greift saudiarabische Öltanker an

Im Zuge des Iran-Krieges entwickelt sich offenbar eine weitere Front: Nur wenige Tage nach der Verkündung einer Seeblockade hat die mit Teheran verbündete jemenitische Huthi-Miliz im Roten Meer nach eigenen Angaben zwei saudiarabische Öltanker beschossen. Aus Saudi-Arabien hieß es, ein Schiff sei getroffen worden und ein Feuer an Bord ausgebrochen. Die US-Armee flog derweil die zwölfte Nacht in Folge Angriffe auf Ziele im Iran.

Bundesverfassungsgericht urteilt über Tempolimit für Gesetze

Das alte Heizungsgesetz der Ampelregierung beschäftigt noch einmal das Bundesverfassungsgericht. Am Donnerstag (10.00 Uhr) verkündet es in Karlsruhe sein Urteil über die Frage, ob das Gesetzgebungsverfahren im Sommer 2023 zu schnell lief. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann sieht die Abgeordnetenrechte verletzt, weil wegen kurzfristiger Änderungen am Vorschlag nicht genug Zeit zur Beratung und Prüfung gewesen sei. (Az. 2 BvE 4/23)

Lawrow und Rubio führen Gespräch am Rande von Außenministertreffen in Manila

Der russische Außenminister Sergej Lawrow will sich am Donnerstag in der philippinischen Hauptstadt Manila mit seinem US-Kollegen Marco Rubio treffen. Bei der Begegnung am Rande des Außenministertreffen der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (Asean) dürfte es vor allem um die Kriege in der Ukraine und im Iran gehen. Auch wegen des Iran-Kriegs waren Gespräche über ein Ende der Gefechte in der Ukraine unter US-Vermittlung ins Stocken geraten.

US-Repräsentantenhaus billigt mehr als eine Billion Dollar fürs Pentagon für 2027

Inmitten des Iran-Kriegs hat das US-Repräsentantenhaus die jährlich verabschiedete Verteidigungsstrategie gebilligt, die für 2027 Rekord-Haushaltsmittel von 1,15 Billionen Dollar (gut eine Billion Euro) für das Pentagon vorsieht. Das entsprechende Gesetz, das traditionell eigentlich immer im Konsens von Republikanern und Demokraten verabschiedet wird, schaffte es am Mittwoch allerdings nur knapp durch die Parlamentskammer: 216 Abgeordnete stimmten dafür und 212 dagegen.

Textgröße ändern: