Deutsche Tageszeitung - Aktivisten melden 57 Tote bei israelischen Luftangriffen in Syrien

Aktivisten melden 57 Tote bei israelischen Luftangriffen in Syrien


Aktivisten melden 57 Tote bei israelischen Luftangriffen in Syrien
Aktivisten melden 57 Tote bei israelischen Luftangriffen in Syrien / Foto: ©

Bei den schwersten israelischen Luftangriffen in Syrien seit Jahren sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 57 syrische Soldaten und Kämpfer von verbündeten Milizen getötet worden. Mindestens 14 syrische Soldaten und 43 Kämpfer pro-iranischer Milizen seien ums Leben gekommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Angriffe in der Nacht zum Mittwoch hätten sich gegen Waffenlager der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad sowie andere militärische Stellungen im Osten des Bürgerkriegslandes gerichtet.

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Demnach handelte es sich um die tödlichsten israelischen Angriffe in Syrien seit Beginn der Krieges in dem Land 2011. Insgesamt habe die israelische Armee über ein dutzend Angriffe in der Nacht geflogen, teilte die Beobachtungsstelle mit. Die Attacken hätten sich gegen Ziele in einem Gebiet gerichtet, das sich von der östlichen Stadt Deir Essor bis in die Wüsten von Majadin und Bukamal an der Grenze zum Irak erstrecke.

Unter den Toten sind laut Beobachtungsstelle auch 16 Iraker und elf afghanische Kämpfer der pro-iranischen Fatimid-Brigade. Anfangs hatte die Beobachtungsstelle von 23 Toten und 28 Verletzten gesprochen. Bei den bisher tödlichsten israelischen Luftangriffe in Syrien im Juni 2018 waren laut Beobachtungsstelle im Osten des Landes 55 pro-syrische Kämpfer getötet worden.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle sind in dem Gebiet der jüngsten israelischen Angriffe im Osten des Landes Milizen der libanesischen Hisbollah sowie der pro-iranischen Fatimid-Brigade aktiv, der hauptsächlich afghanische Kämpfer angehören. Vor wenigen Tagen hatte die Fatimid-Brigade eine Lieferung mit Waffen aus iranischer Produktion über den Irak nach Syrien gebracht. Laut der Beobachtungsstelle wurden die Waffen in der Region gelagert, in der die israelische Armee nun angriff.

Wenige Stunden vor den Luftschlägen in der Nacht zum Mittwoch hatte es am Dienstag an der syrisch-irakischen Grenze bereits Luftangriffe gegeben, bei denen laut Beobachtungsstelle mindestens zwölf pro-iranische Kämpfer getötet worden waren.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete ebenfalls über israelische Luftangriffe in der Nacht in der Stadt Deir Essor sowie in der Region Albu Kamal, nannte jedoch keine Details. Die Angriffe ereigneten sich demnach um 01.10 Uhr (Ortszeit). "Die Ergebnisse der Aggression werden zurzeit geprüft", hieß es weiter. Die israelische Armee gab keine Erklärung zu den Luftangriffen ab.

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netz von Informanten vor Ort. Ihre Angaben lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 hat das israelische Militär bereits hunderte Luftangriffe gegen die syrischen Regierungstruppen und ihre Verbündeten geflogen. Israel will damit verhindern, dass der Iran seinen Einfluss in Syrien ausdehnt. Die israelische Regierung und Armee bestätigen nur selten Militäreinsätze in dem Nachbarland. Nach Angaben der israelischen Armee vom Dezember hatte es 2020 insgesamt rund 50 gezielte Angriffe in Syrien gegeben.

(U.Beriyev--DTZ)

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