Deutsche Tageszeitung - Staatsanwälte: US-Mob plante Ermordung von US-Kongressvertretern

Staatsanwälte: US-Mob plante Ermordung von US-Kongressvertretern


Staatsanwälte: US-Mob plante Ermordung von US-Kongressvertretern
Staatsanwälte: US-Mob plante Ermordung von US-Kongressvertretern / Foto: ©

Anhänger von US-Präsident Donald Trump haben jüngsten Justizangaben zufolge bei ihrer Erstürmung des Kapitols in der vergangenen Woche auch geplant, "gewählte Vertreter" im Kongress "gefangen zu nehmen und zu ermorden". In einem Antrag zur Festnahme des an der Erstürmung beteiligten Verschwörungsideologen Jacob Anthony Chansley erklärten Staatsanwälte des US-Justizministeriums am Donnerstagabend, es gebe "deutliche Hinweise" darauf, darunter "Chansleys eigene Worte und Handlungen im Kapitol".

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Demnach hinterließ der als Schamane mit Büffelhörnern verkleidete Anhänger der ultrarechten Verschwörungsbewegung QAnon auf dem Podest in der Senatskammer, auf dem kurz zuvor Vize-Präsident Mike Pence gestanden hatte, eine Notiz mit den Worten: "Es ist nur eine Frage der Zeit, Gerechtigkeit wird kommen."

Das FBI hat nach der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols am 6. Januar Ermittlungen aufgenommen. Gegen mehrere Beteiligte wurde bereits Anklage erhoben, darunter gegen Chansley, einen 56-jährigen Mann, der wegen seines T-Shirts mit der Aufschrift "Camp Auschwitz" für Entsetzen gesorgt hatte, einen weiteren Mann mit Konföderierten-Flagge und einen Goldmedaillen-Gewinner im Schwimmen.

Chansley sollte noch am Freitag vor Gericht erscheinen. Die Staatsanwälte fordern nun "wegen ernstzunehmender Fluchtgefahr" seine Festnahme. Zudem stelle der 33-jährige Dauer-Drogenkonsument wegen mutmaßlicher psychischer Probleme eine "Gefahr für die Allgemeinheit" dar. So habe er unter anderem bekundet, dass er ein "Alien" sei, "ein höheres Wesen", dessen Aufgabe es sei, zu einer "anderen Wirklichkeit aufzusteigen".

Aus Sorge, die Amtseinführung von Trumps Nachfolger Joe Biden am kommenden Mittwoch könnte zu neuer Gewalt durch Anhänger des abgewählten Präsidenten führen, war das Zentrum Washingtons bereits am Freitag abgeriegelt. Mehr als 20.000 Mitglieder der Nationalgarde sollen für Sicherheit sorgen.

(U.Beriyev--DTZ)

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