Deutsche Tageszeitung - Kühnert verlangt kritischere Debatte über Auslandseinsätze der Bundeswehr

Kühnert verlangt kritischere Debatte über Auslandseinsätze der Bundeswehr


Kühnert verlangt kritischere Debatte über Auslandseinsätze der Bundeswehr
Kühnert verlangt kritischere Debatte über Auslandseinsätze der Bundeswehr / Foto: ©

SPD-Vizechef Kevin Kühnert hat eine kritischere Auseinandersetzung mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr verlangt. "Mich bedrückt der Eindruck, dass beispielsweise das Afghanistan-Mandat zuletzt unter Schulterzucken der Öffentlichkeit immer wieder verlängert wurde", sagte Kühnert dem "Tagesspiegel am Sonntag". Er forderte eine "deutlich grundsätzlichere und öffentlichere Debatte über die Sachgründe für Auslandseinsätze der Bundeswehr".

Textgröße ändern:

Er wünsche sich eine "Regierung, die diesen Diskurs sucht", sagte Kühnert mit Blick auf eine mögliche rot-rot-grüne Koalition. Zudem forderte er, dass die USA auch unter Präsident Joe Biden die Atomwaffen aus Deutschland abziehen müssten. Eine rot-rot-grüne Regierung im Bund würde "die Chancen erhöhen", dass Deutschland dem gerade erst in Kraft getretenen Atomwaffenverbotsvertrag beitrete, sagte Kühnert.

Der SPD-Vize räumt ein, dass die Außen- und Sicherheitspolitik die größte Hürde wäre, sollte es nach der Bundestagswahl im September eine Mehrheit für eine Koalition mit Grünen und Linkspartei geben. "Wo die Linkspartei da hinwill, ist offen", sagte Kühnert.

Er verwies auf ein Strategiepapier des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn. "Wenn die Linkspartei ihm folgt, macht sie den Ausstieg aus der Nato und das Ende aller Auslandseinsätze der Bundeswehr nicht mehr zur Voraussetzung für einen Regierungseintritt, sondern entwickelt ihren Standpunkt weiter", sagte Kühnert. "Das wäre ein großer Schritt."

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Serbien vor Machtwechsel: Langjähriger Staatschef Vucic gesteht Niederlage ein

Nach der langen Regierungszeit von Aleksandar Vucic steht Serbien vor einem Machtwechsel: Nach der vorgezogenen Parlamentswahl räumte der langjährige Präsident die Niederlage seiner Fortschrittspartei ein. Anhand erster Ergebnisse sei "klar, dass wir diese Wahlen verloren haben", sagte der umstrittene Politiker am Sonntagabend vor seinen Anhängern in der Parteizentrale in Belgrad. Bei dem Urnengang hatte die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista seine Serbische Fortschrittspartei (SNS) herausgefordert.

Israel beginnt großangelegte Militäroperation im Westjordanland

Nach einem tödlichen Angriff auf einen Kontrollpunkt bei Hebron haben Israels Armee und Inlandsgeheimdienst eine weitreichende Operation im besetzten Westjordanland gestartet.

Enges Rennen mit Verlängerung: Spannende Stichwahl um Präsidentenamt in Brasilien

Kopf-an-Kopf-Rennen mit Verlängerung: Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt haben die Brasilianer am Sonntag eine Richtungsentscheidung getroffen. Die rund 160 Millionen Wahlberechtigten in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft waren aufgerufen, dem 80 Jahre alten linksgerichteten Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva eine weitere Amtszeit zu gewähren oder ihn durch Flávio Bolsonaro, Sohn des rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, zu ersetzen. Auf Betreiben von Lula, der um seine Wiederwahl bangen muss, wurde die Öffnungszeit der Wahllokale wegen mutmaßlicher Behinderungen des öffentlichen Nahverkehrs um zwei Stunden verlängert.

Parlamentswahl in Serbien: Vucic gesteht Niederlage ein

Nach der Parlamentswahl in Serbien hat der langjährige Präsident Aleksandar Vucic die Niederlage seiner seit vielen Jahren herrschenden Fortschrittspartei eingeräumt. "Auf der Grundlage einer geschichteten Stichprobe ist klar, dass wir diese Wahlen verloren haben", sagte Vucic am Sonntagabend vor seinen Anhängern in der Parteizentrale in Belgrad. Bei der Wahl hatte die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista Vucics Serbische Fortschrittspartei (SNS) herausgefordert.

Textgröße ändern: