Deutsche Tageszeitung - Robert-Koch-Insitut in Sorge wegen Ausbreitung von Coronavirus-Varianten

Robert-Koch-Insitut in Sorge wegen Ausbreitung von Coronavirus-Varianten


Robert-Koch-Insitut in Sorge wegen Ausbreitung von Coronavirus-Varianten
Robert-Koch-Insitut in Sorge wegen Ausbreitung von Coronavirus-Varianten / Foto: ©

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sieht trotz sinkender Inzidenzen noch keinen Anlass für Lockerungen der Corona-Beschränkungen. "Es infizieren sich insgesamt immer noch zu viele Menschen mit Sars-CoV-2", sagte Wieler am Freitag in Berlin. Sorge bereiteten vor allem die auch in Deutschland auftretenden, ansteckenderen Coronavirus-Varianten. "Es werden immer mehr Fälle und Ausbrüche gemeldet", sagte Wieler.

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Die Eigenschaften der Corona-Mutanten seien noch nicht vollständig bekannt. So sei bei einigen Varianten unklar, ob sich bereits zuvor infizierte Menschen oder Geimpfte durch die neuen Varianten anstecken können. Es müsse verhindert werden, dass sich die Mutationen ausbreiten und die Lage möglicherweise verschlimmern. "Einen neuen starken Anstieg an Fallzahlen würden die Intensivstationen derzeit definitiv nicht verkraften", warnte der RKI-Präsident.

Bisher wurden die Virus-Mutanten laut Bundesgesundheitsministerium 150 Mal in Deutschland nachgewiesen. Da bislang nur wenige Proben überhaupt auf die Varianten untersucht wurden, wird allerdings von einer möglicherweise beträchtlichen Dunkelziffer ausgegangen.

Das erst seit dem 19. Januar geltende Ziel, mindestens fünf Prozent aller positiven Testergebnisse auf die Mutanten zu überprüfen, wird laut Wieler bislang noch nicht erreicht. Allerdings sei auch die Repräsentativität der Proben "wichtiger als Masse". Kommende Woche will das RKI zur Verbreitung der Virus-Variationen einen Bericht vorlegen.

Angesichts der gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenz sagte Wieler: "Wir sind auf einem guten Weg und müssen diesen Weg weiter konsequent bestreiten." Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage war am Donnerstag erstmals seit Monaten wieder unter 100 gesunken.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sank Wieler zufolge aber nur in den vier besonders hart betroffenen Bundesländern Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. In den anderen Ländern sei der Wert nahezu gleich geblieben. In einzelnen Landkreisen nehme die Inzidenz aufgrund von Ausbrüchen auch wieder zu.

Wieler forderte, die aktuellen Corona-Maßnahmen weiter "konsequent" durchzuziehen, auf jeden Fall bis Mitte Februar. Das Ziel sei aus seiner Sicht eine Sieben-Tage-Inzidenz von zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Eine Obergrenze von 1000 neuen Fällen pro Tag müsse angestrebt werden. Dann wäre die Pandemie beherrschbar und die Krankenhäuser würden gut funktionieren.

Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Der derzeitige harte Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar.

Der RKI-Chef forderte einmal mehr die Menschen auf, sich an die Regeln zu halten und Kontakte und Reisen zu vermeiden, um dem Virus nicht die Gelegenheit zur Ausbreitung zu geben. "Halten wir uns weiterhin an diesen Plan." Es sei damit zu rechnen, dass auch in Deutschland mehr Virus-Varianten auftreten werden. Mobilität sei der "Treiber der Pandemie".

(S.A.Dudajev--DTZ)

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