Deutsche Tageszeitung - USA reagieren zurückhaltend auf iranischen Vorschlag zu Atomabkommen

USA reagieren zurückhaltend auf iranischen Vorschlag zu Atomabkommen


USA reagieren zurückhaltend auf iranischen Vorschlag zu Atomabkommen
USA reagieren zurückhaltend auf iranischen Vorschlag zu Atomabkommen / Foto: ©

Die US-Regierung hat zurückhaltend auf einen Vorschlag aus Teheran zur Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran reagiert. Die Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden werde zuerst Konsultationen mit ihren internationalen Verbündeten sowie dem Kongress führen, sagte am Dienstag der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price. Erst nach diesen Konsultationen werde "der Punkt erreicht, an dem wir in direkten Kontakt mit den Iranern treten" können.

Textgröße ändern:

Price betonte auch, wenn der Iran seine Verpflichtungen aus dem Abkommen von 2015 wieder voll erfülle, würden dies auch die USA tun. Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hatte um Montag im Streit um das Atomabkommen eine Vermittlung durch die EU ins Spiel gebracht. An den Außenbeauftragten Josep Borrell appellierte er, eine zeitgleiche Rückkehr Washingtons und Teherans zu der Vereinbarung zu koordinieren.

Die EU rief Biden am Dienstag zu einer Lockerung der Sanktionen gegen den Iran auf, um Bedingungen für den Fortbestand des Abkommens zu schaffen. Brüssel arbeite "extrem hart" daran, die Nuklearvereinbarung zu retten, sagte Borrells Sprecher Peter Stano. Die EU führt nach seinen Angaben mit den USA bereits Gespräche über eine mögliche Lockerung der Sanktionen.

Das Abkommen soll den Iran am Bau einer Atombombe hindern. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte jedoch 2018 die von ihm als völlig unzulänglich betrachtete Vereinbarung einseitig aufgekündigt und danach massive Wirtschaftssanktionen gegen Teheran in Kraft setzen lassen. Daraufhin zog sich auch der Iran schrittweise aus dem Abkommen zurück. Dessen übrige Unterzeichner sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China und Russland.

Trumps Nachfolger Biden hat grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die USA dem Atomabkommen wieder beitreten zu lassen. Allerdings sind sich Washington und Teheran uneins, wer den ersten Schritt machen soll.

Möglicherweise als Signal der Entspannung an Teheran kündigte das Pentagon am Dienstag an, einen Flugzeugträger aus dem Persischen Golf abzuziehen. Die "USS Nimitz" war dort neun Monate lang stationiert. Unter der Trump-Regierung war die US-Truppenpräsenz in der Golfregion verstärkt worden. Die "USS Nimitz" hatte den Auftrag, iranische Militäroperationen zu beobachten und Teheran von möglichen Angriffen auf die in der Region stationierten US-Soldaten abzuschrecken.

Pentagon-Sprecher John Kirby wollte sich jedoch nicht dazu äußern, ob der Abzug des Flugzeugträgers als Botschaft an Teheran gemeint ist. Er deutete aber an, dass die neue Regierung den Einsatz der "USS Nimitz" nicht aus Sicherheitsgründen für notwendig hält.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Äußerungen Mileis lösen diplomatische Krise zwischen Argentinien und Brasilien aus

Nach abfälligen Äußerungen des argentinischen Präsidenten Javier Milei über Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und weitere Amtsträger ist zwischen Argentinien und Brasilien eine diplomatische Krise ausgebrochen. Die brasilianische Regierung rief ihren Botschafter in Buenos Aires zurück und bestellte den argentinischen Botschafter ein, um ihm ihre "Empörung" zu übermitteln und Erklärungen zu verlangen.

CSU-Landesgruppe in Bundestag trifft sich zu Sommerklausur

Inmitten der ersten Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) treffen sich die Bundestagsabgeordneten der CSU am Montag (12.30 Uhr) zu einer zweitägigen Sommerklausur im fränkischen Kloster Banz. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder stößt zu den Beratungen der CSU-Landesgruppe dazu.

Merz äußert sich als Parteichef zu Umbesetzungen

CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz will sich am Montag (12.00 Uhr) auf einer Pressekonferenz zu den aktuellen Entwicklungen in Partei und Regierung äußern. Es wird erwartet, dass es dabei insbesondere um die Nachfolge von Generalsekretär Carsten Linnemann gehen wird, der als Bundesgesundheitsminister ins Kabinett wechselt. Zuvor finden Beratungen der CDU-Gremien statt. Dem Vernehmen nach soll CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann neue Generalsekretärin werden.

Ölpreise fallen wegen Hoffnung auf Entspannung im Iran-Krieg deutlich

Die Ölpreise sind zu Beginn des asiatischen Handels am Montag um mehr als fünf Prozent gefallen. Händler schöpften nach zwei Nächten ohne neue US-Angriffe auf den Iran Hoffnung auf eine Entspannung und mögliche neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Textgröße ändern: