Deutsche Tageszeitung - Scholz stellt vier "Zukunftsmissionen für Deutschland" vor

Scholz stellt vier "Zukunftsmissionen für Deutschland" vor


Scholz stellt vier "Zukunftsmissionen für Deutschland" vor
Scholz stellt vier "Zukunftsmissionen für Deutschland" vor / Foto: ©

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will mit vier "Zukunftsmissionen für Deutschland" das Land in die kommenden Jahrzehnte führen. Als zentrale Bestandteile eines solchen Programms nannte Scholz am Sonntag in Berlin einen Stopp des Klimawandels, die Bereiche moderne Mobilität und Digitalisierung sowie die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems. Der Vizekanzler und Bundesfinanzminister äußerte sich zum Auftakt einer zweitägigen digitalen Klausurtagung des SPD-Parteivorstands.

Textgröße ändern:

Deutschland stehe vor den "entscheidenden 20er Jahren", sagte Scholz. In diesem Jahrzehnt müssten "die Weichen für unsere Zukunft in Deutschland und in Europa gestellt werden". Die von ihm genannten Zukunftsmissionen seien "Voraussetzung dafür, dass die 20er Jahre, die jetzt beginnen, gelingen". Es gehe darum, "welchen Weg unser Land in den nächsten Jahrzehnten einschlägt".

Mit Blick auf den Klimawandel plädierte Scholz für einen Ausbau der erneuerbaren Energien bei gleichzeitiger Klarheit für die Unternehmen über die politischen Rahmenbedingungen. Die SPD strebe daher an, dass die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu Beginn der nächsten Legislaturperiode nicht mehr erhoben werde und Unternehmen Investitionssicherheit erhielten. Dies könne auch dem Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft einen Schub verleihen.

Bei der künftigen Mobilitätsentwicklung müssten die modernen Möglichkeiten zur Verbesserung und zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs genutzt werden, forderte Scholz. Der Vizekanzler forderte zugleich mit Nachdruck für eine deutlich verbesserte digitale Infrastruktur für alle Unternehmen und Privathaushalte. "Ich will, dass Deutschland eine Gigabit-Gesellschaft wird."

Das Gesundheitssystem solle mit Einsatz modernster Technik weiterentwickelt werden, unterstrich der SPD-Kanzlerkandidat. Es gelte, die flächendeckende Krankenhausstruktur zu sichern und ausbauen - bei guten Arbeitsverhältnissen in der Branche, besserer Bezahlung und unter fairen Bedingungen.

Der SPD-Vorstand bereitet sich mit der Klausurtagung auf das Superwahljahr 2021 vor. Im Zentrum steht die Arbeit am Wahlprogramm. Die Tagung, die wegen der Corona-Pandemie digital abgehalten wird, trägt das Motto "Zukunft für Dich. Sozial. Digital. Klimaneutral.". Am Montag soll es um die Kampagnenplanung für die Bundestagswahl und die Vorbereitung des Bundesparteitages im Mai gehen.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Zentralkomitee der KP tagt in China - Verschärfung der Disziplin geplant

In China hat Präsident Xi Jinping am Montag eine mehrtägige Sitzung der Eliten der Kommunistischen Partei eröffnet, bei der unter anderem die Disziplin in den eigenen Reihen verschärft werden soll. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua nehmen an dem Treffen etwa 300 Mitglieder des Zentralkomitees der regierenden Kommunistischen Partei teil. Berichten zufolge soll es dabei unter anderem um eine Eindämmung von Korruption und eine Steigerung der Effektivität und Loyalität gehen.

Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro erkennt Niederlage nicht an

Entgegen vieler Erwartungen hat der linksgerichtete Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva die Präsidentschaftswahl in Brasilien gewonnen. Er setzte sich in der Stichwahl knapp gegen seinen rechtsgerichteten Herausforderer Flávio Bolsonaro durch, der das Ergebnis jedoch nicht anerkennen will. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gratulierten Lula am Montag zu seinen Wahlsieg.

Steinmeier-Nachfolge: Unterstützung für Aigner aus Ländern - CDU wartet ab

In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhält die CSU-Politikerin Ilse Aigner weitere Unterstützung aus den Bundesländern - die CDU will sich aber weiterhin nicht positionieren. Aigner bringe "die notwendigen Voraussetzungen mit", sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Sonntagabend. Als "ganz herausragende Persönlichkeit" bezeichnete auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Aigner. Die Bundes-CDU verweist jedoch auf "gute Kandidatinnen und Kandidaten in den eigenen Reihen".

Merz zu mehrtägiger Asienreise gestartet - Steinmeier reist parallel nach China

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am Montag zu einer mehrtägigen Asienreise aufgebrochen. Bis Ende der Woche wird der Kanzler Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Reise dient nach Regierungsangaben insbesondere der Vertiefung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den asiatischen Staaten. Sie fällt zeitlich zusammen mit einem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in China.

Textgröße ändern: