Deutsche Tageszeitung - Prognosen: Stichwahl um Präsidentenamt in Ecuador zwischen Arauz und Lasso

Prognosen: Stichwahl um Präsidentenamt in Ecuador zwischen Arauz und Lasso


Prognosen: Stichwahl um Präsidentenamt in Ecuador zwischen Arauz und Lasso
Prognosen: Stichwahl um Präsidentenamt in Ecuador zwischen Arauz und Lasso / Foto: ©

Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador hat der rechtskonservative Ex-Banker Guillermo Lasso Prognosen zufolge die meisten Stimmen geholt. Er verfehlte am Sonntag aber die absolute Mehrheit und muss nun am 11. April in einer Stichwahl gegen den linksgerichteten Kandidaten Andrés Arauz antreten, wie aus zwei Nachwahlbefragungen hervorging.

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Demnach holte Lasso zwischen 34,9 und 36,2 Prozent der Stimmen, während der Wirtschaftswissenschaftler Arauz auf rund 21 Prozent kam. Beide wollen die Nachfolge von Staatschef Lenín Moreno antreten, der nicht mehr kandidierte.

Der 35-jährige Arauz trat für das linke Parteienbündnis Unes an. Er ist ein Schützling des zweimaligen Präsidenten Rafael Correa, der trotz einer Verurteilung wegen Korruption weiterhin politischen Einfluss ausübt. Arauz will das Land nach eigenen Angaben nach der vierjährigen Amtszeit von Moreno wieder auf einen sozialistischen Kurs bringen und unter anderem eine Sondersteuer für Reiche einführen.

Der 65-jährige Lasso gehört der konservativen Bewegung Creo an. Er gilt als Verfechter der freien Marktwirtschaft und hat die Schaffung von einer Million Arbeitsplätzen binnen eines Jahres angekündigt. Er würde im Falle eines Wahlsiegs voraussichtlich an Morenos Sparpolitik festhalten.

Der bisherige Staatschef Moreno hinterlässt ein umstrittenes Erbe und ein polarisiertes Land. Ecuador steckt wegen des Verfalls des Öl-Preises in einer schweren wirtschaftlichen Krise, die durch die Corona-Pandemie zusätzlich verschärft wurde. Mehr als 257.000 Menschen in Ecuador infizierten sich mit dem Coronavirus, rund 15.000 starben nach einer Infektion. Umfragen sagten wegen der Ansteckungsgefahr eine geringe Wahlbeteiligung voraus.

Die künftige Regierung steht vor großen Herausforderungen. Eine hohe Staatsverschuldung und eine Wirtschaft, die nach offiziellen Schätzungen 2020 um 8,9 Prozent geschrumpft ist, lassen allerdings wenig Spielraum. Morenos Nachfolger soll am 24. Mai das Amt übernehmen.

(U.Beriyev--DTZ)

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