Deutsche Tageszeitung - Polizei in Myanmar setzt Gummigeschosse und Tränengas gegen Demonstranten ein

Polizei in Myanmar setzt Gummigeschosse und Tränengas gegen Demonstranten ein


Polizei in Myanmar setzt Gummigeschosse und Tränengas gegen Demonstranten ein
Polizei in Myanmar setzt Gummigeschosse und Tränengas gegen Demonstranten ein / Foto: ©

Am vierten Tag der Proteste gegen den Militärputsch in Myanmar hat die Polizei ihr Vorgehen gegen die Demonstranten verschärft. Erstmals setzten die Beamten Tränengas und Gummigeschosse gegen die Protestierenden ein, wie Augenzeugen am Dienstag der Nachrichtenagentur berichteten. Trotz Warnungen der Militärjunta forderten die Demonstranten erneut die Freilassung der festgenommenen De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und die Rückkehr zur Demokratie.

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In Rangun versammelten sie sich am Dienstag nahe der Parteizentrale der Nationalen Liga für Demokratie (NLD). "Wir wollen unsere Anführerin zurück" und "Keine Diktatur", forderten die Demonstranten. Im Viertel San Chaung gingen dutzende Lehrer auf die Straße und hielten als Zeichen des Protests drei Finger in die Luft.

Ein Augenzeuge der Proteste in der zweitgrößten Stadt Mandalay berichtete, die Beamten hätten Tränengas gezielt gegen Demonstranten "mit NLD-Flaggen" eingesetzt. In der Hauptstadt Naypyidaw schossen Polizisten mit Gummigeschossen auf Demonstranten und setzten Wasserwerfer ein. "Sie schossen zwei Mal Warnschüsse in die Luft und dann (auf die Demonstranten)", sagte ein Anwohner zu AFP. Dabei habe es auch Verletzte gegeben.

Die Militärjunta hatte am Montag angesichts der anhaltenden Proteste gegen den Staatsstreich in mehreren Teilen des Landes das Kriegsrecht verhängt und Demonstrationen untersagt. Zudem wurde eine nächtliche Ausgangssperre ausgerufen.

Zahlreiche Länder hatten das Vorgehen des Militärs kritisiert. Am Dienstag zog Neuseeland als erster Staat Konsequenzen und brach seine politischen und militärischen Beziehungen zu Myanmar ab. Regierungschefin Jacinda Ardern rief die internationale Gemeinschaft auf, "scharf zu verurteilen, was wir in Myanmar sehen". Gegen mehrere hochrangige Angehörige des Militärs seien Einreiseverbote verhängt worden.

Das Militär in Myanmar hatte vor gut einer Woche die Macht an sich gerissen und die Zivilregierung abgesetzt. Die De-facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi und Präsident Win Myint wurden festgesetzt. Der Putsch beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem südostasiatischen Land.

Angesichts der Entwicklungen wird der UN-Menschenrechtsrat am Freitag eine Sondersitzung zur Lage in Myanmar abhalten. Dies geschah auf Antrag Großbritanniens und der EU, wie der Rat mitteilte.

(V.Sørensen--DTZ)

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