Deutsche Tageszeitung - Designierte Linken-Spitze sieht Klimaschutz als zentrales Thema für Partei

Designierte Linken-Spitze sieht Klimaschutz als zentrales Thema für Partei


Designierte Linken-Spitze sieht Klimaschutz als zentrales Thema für Partei
Designierte Linken-Spitze sieht Klimaschutz als zentrales Thema für Partei / Foto: ©

Die beiden Kandidatinnen für die Linken-Doppelspitze, Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler, wollen das ökologische Profil der Partei schärfen. "Klimaschutz ist ein zentrales Thema", sagten sie in einem gemeinsamen Interview mit der "taz" (Montagsausgabe). Es gehe darum, Kapitalismuskritik künftig stark mit Klimaschutzzielen zu verbinden.

Textgröße ändern:

"Wer effektiven Klimaschutz will, muss sich mit den Konzernen anlegen, etwa den Energiekonzernen", sagte Wissler. Die Bewegung Fridays for Future sieht sie dabei als Bündnispartner. "Fridays for Future sagt: System Change not Climate Change - Systemwandel statt Klimawandel." Da könne die Linke als Partei, "die den Kapitalismus überwinden will, gut anknüpfen". Die Linke wolle Macht- und Eigentumsverhältnisse verändern, gerade im Energiebereich.

Im Wahlkampf werde die soziale Frage in den Vordergrund gestellt und mit der ökologischen Frage verbunden, sagte Hennig-Wellsow. "Die Bundestagswahl ist eine Richtungswahl - zurück zum Alten oder auf zum Neuen", fügte sie hinzu. "Das Neue sind eine Vermögenssteuer und entschlossene Klimapolitik."

Die Linke sei beim Klimaschutz konsequenter als die Grünen, sagte Wissler. "Die Grünen setzen auf marktwirtschaftliche Elemente, Appelle und Freiwilligkeit. Sie legen sich nicht mit der CDU an, wenn 2020 ein Wald für eine Autobahn gerodet wird." Den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 sehe sie energiepolitisch kritisch, sagte die Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag. "Ich bezweifle, dass diese Gaspipeline nötig und eine Brücke zu den erneuerbaren Energien ist."

Differenzen gibt es zwischen den beiden designierten neuen Parteivorsitzenden etwa in der Frage, ob die Linkspartei aktiv eine Mitregierung im Bund anstreben soll und in der Frage von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. "Die Linke muss ihren Platz auf der Zuschauertribüne endlich aufgeben", sagte Hennig-Wellsow. Die Partei müsse klären, ob sie regieren wolle. "Aus meiner Sicht braucht es ein Bekenntnis zu mehr Verantwortung", betonte die thüringische Landes- und Fraktionsvorsitzende.

Wissler hatte sich bei dem Thema in der Vergangenheit stets skeptisch gezeigt. "Eine Regierung mit SPD und Grünen im Bund halte ich für nicht wahrscheinlich", sagte sie auch jetzt. "Wir sollten aber nichts ausschließen", fügte Wissler hinzu.

Sie betonte zudem, dass die Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen zurückgezogen werden sollte. Hennig-Wellsow ist dagegen aufgeschlossen gegenüber UNO-Blauhelmeinsätzen. "So einen klassischen Blauhelmeinsatz wie zum Beispiel auf Zypern kann ich mir gut vorstellen", sagte sie.

Wissler und Hennig-Wellsow treten beim Linken-Bundesparteitag am 26. und 27. Februar gemeinsam für die Nachfolge der bisherigen Doppelspitze Katja Kipping und Bernd Riexinger an.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Von Trump unterstützte Darline Graham gewinnt Stichwahl um Senatssitz ihres verstorbenen Bruders

Die von US-Präsident Donald Trump unterstützte Darline Graham hat die Stichwahl der Republikaner im Bundesstaat South Carolina um den Senatssitz ihres verstorbenen Bruders Lindsey Graham gewonnen. Die 62-Jährige, die bislang politisch weitgehend unbekannt ist, setzte sich am Dienstag gegen den konservativen Abgeordneten Ralph Norman durch, wie mehrere US-Sender prognostizierten. Sie wird sich damit bei den Zwischenwahlen im November um einen Senatssitz in Washington bemühen.

Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Spitzenduell zwischen CDU und AfD

Rund anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt treffen am Mittwochabend (20.15 Uhr) die Spitzenkandidaten der Parteien erneut aufeinander. In der Sendung "Fakt ist!" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) stellen sich in Magdeburg zunächst Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze sowie AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in einem Duell den Fragen der Moderatoren. Anschließend wird die Runde um die Kandidaten und Kandidatinnen von Linkspartei, SPD, Grünen, FDP und BSW erweitert.

Kurdenführer Abdi verkündet Auflösung der Demokratischen Kräfte Syriens

Mehr als ein Jahrzehnt nach ihrer Gründung haben die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) ihre Auflösung verkündet, um fortan Teil der regulären Armee des Landes zu sein. Der syrische Kurdenführer Maslum Abdi gab am Dienstagabend "das Ende des Einsatzes" der SDF bekannt und erklärte deren Auflösung "als unabhängige Streitmacht". Dies erfolge nach dem "Abschluss des Prozesses der Eingliederung unserer Streitkräfte in die Brigaden der syrischen Armee", sagte Abdi im Präsidentenpalast in Damaskus in einer im Fernsehen übertragenen Rede, die er zuerst auf Arabisch und dann auf Kurdisch hielt.

Israel beginnt mit Räumung von UNRWA-Ausbildungszentrum in Ost-Jerusalem

In seinem Vorgehen gegen das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA hat die israelische Regierung am Dienstag damit begonnen, ein Berufsbildungszentrum der Organisation in Ost-Jerusalem räumen zu lassen. "In Übereinstimmung mit meiner Anweisung und dem von uns verabschiedeten Gesetz hat heute die Räumung des UNRWA-Geländes in Kafr Akab in Jerusalem begonnen", erklärte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Das Kalandia-Ausbildungszentrum war 1952 gegründet worden und bot laut UNRWA jedes Jahr etwa 340 Palästinensern aus dem besetzten Westjordanland eine Berufsausbildung.

Textgröße ändern: