Deutsche Tageszeitung - Gemeindebund: Schnelltests werden nicht sofort im großen Stil für alle da sein

Gemeindebund: Schnelltests werden nicht sofort im großen Stil für alle da sein


Gemeindebund: Schnelltests werden nicht sofort im großen Stil für alle da sein
Gemeindebund: Schnelltests werden nicht sofort im großen Stil für alle da sein / Foto: ©

Die für den 1. März angekündigten kostenlosen Schnelltests werden nach Einschätzungen aus den Kommunen nicht sofort für alle im großen Stil vorhanden sein. Aus dem Start der Impfkampagne sei gelernt worden, dass Beschaffung und Verteilung von Mitteln gegen das Coronavirus an viele Millionen Menschen eine "Mammutaufgabe" sei, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebund Gerd Landsberg der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). Die Stiftung Patientenschutz mahnte bei den Schnelltests zur Eile.

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Die Bürger sollten nicht glauben, dass ab 1. März "überall für alle" die Schnelltests in großer Zahl zur Verfügung stünden, sagte Landsberg. Er plädierte deshalb für einen Stufenplan bei den Schnelltests: "Wenn die Tests noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind, ist es sinnvoll, sich zunächst auf Kitas und Schulen zu konzentrieren", sagte er.

Ein stufenweises Vorgehen bezeichnete die Deutsche Stiftung Patientenschutz hingegen als "nicht sinnvoll". Schließlich gebe es in Deutschland 144.000 niedergelassene Kassenärzte, 19.000 Apotheken und eine Vielzahl kommerzieller Testzentren, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Während Millionen Menschen auf ihren Impftermin warten, kann es mit der Testung direkt losgehen. Deshalb muss das Angebot sofort für alle nutzbar sein."

Bei den Amtsärzten stießen die geplanten flächendeckenden Schnelltests auf Vorbehalte. "Es bringt bei der Pandemie-Bekämpfung nichts, einfach nur viele kostenlose Tests anzubieten", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Funke-Zeitungen. Stattdessen würden "eine Strategie und klare Regeln" gebraucht.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor wenigen Tagen kostenlose Schnelltests für alle ab dem 1. März angekündigt. Die Kosten soll der Bund übernehmen. Geplant sind Gratis-Schnelltests durch Fachpersonal in Testzentren, Praxen und Apotheken, mit denen man innerhalb von etwa 15 Minuten ein Ergebnis bekommt.

Zugleich sollen im März die bislang noch nicht verfügbaren Schnelltests zur Selbstanwendung zugelassen werden. Gemeindebunds-Geschäftsführer Landsberg mahnte dabei zur Eile. Selbst wenn deren Fehlerquote etwas höher sein sollte, "ist das immer noch besser, als gar keinen Test vornehmen zu können".

Spahn solle die Zulassung der Tests für den Hausgebrauch beschleunigen und Abnahmegarantien aussprechen, forderte Linken-Chefin Katja Kipping. "Wenn das nicht genügt, müsste die Bundesregierung endlich mal den Mumm zu steuernder Wirtschaftspolitik aufbringen." Wer Millionen monatelang in einen Lockdown schicken könne, "sollte in der Lage sein, der Wirtschaft entsprechende Vorgaben zu machen".

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen forderte in der Sendung "Frühstart" von RTL/n-tv, jedem zwei Schnelltests zur Selbstanwendung pro Woche und weitere Tests kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Spahn plant bislang, die Tests zur Selbstanwendung mit einer Eigenbeteiligung von einem Euro abzugeben.

(W.Novokshonov--DTZ)

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