Deutsche Tageszeitung - Experten plädieren für schrittweise Rückkehr der Zuschauer zu Sport und Kultur

Experten plädieren für schrittweise Rückkehr der Zuschauer zu Sport und Kultur


Experten plädieren für schrittweise Rückkehr der Zuschauer zu Sport und Kultur
Experten plädieren für schrittweise Rückkehr der Zuschauer zu Sport und Kultur / Foto: ©

Mit personenbezogenen Tickets, einer Maskenpflicht und Alkoholverboten soll der Weg für eine schrittweise Rückkehr von Zuschauern in Kultur- und Sporteinrichtungen eröffnet werden. Ein von 20 Experten und Wissenschaftlern am Montag vorgestelltes Konzept sieht unter bestimmten Voraussetzungen eine Auslastung von Veranstaltungen von 25 Prozent bis hin zur Vollauslastung von Konzerten und Sportereignissen etwas durch striktes Testen der Zuschauer vor.

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"Wir denken, dass ein Einstieg bald möglich ist", sagte der Gesundheitsökonom und Hygieneexperte Florian Kainzinger in einer Onlinepressekonferenz. Der Zeitpunkt der Öffnung habe dabei nicht die oberste Priorität, sondern die Frage, wie eine Öffnung gestaltet werden könne. Das Konzept wird von zahlreichen Verbänden unterstützt, darunter dem Deutschen Bühnenverein, dem Deutschen Kulturrat, dem Deutschen Fußballbund sowie renommierten Konzerthäusern wie dem Gewandhaus Leipzig und den Berliner Philharmonikern.

Ein "Basiskonzept" für die Rückkehr von Zuschauern sieht für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen eine Auslastung von 25 bis 30 Prozent vor, wenn ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept vorliegt, Abstandsregeln eingehalten und durchgehend Masken getragen werden. Zudem müssten personenbezogene Tickets ausgegeben sowie die An- und Abreise gesteuert werden, bei mehr als tausend Besuchern soll ein Alkoholverbot gelten.

Für Freiluftveranstaltungen geht das Konzept bei vergleichbaren Maßnahmen von einer möglichen Auslastung von bis zu 40 Prozent aus. Bei größeren Hallen mit moderner Lüftungstechnik und bei Freiluftveranstaltungen sind mehr Zuschauer möglich, wenn ein fachärztliches Hygienekonzept als einheitlicher Standard gilt. Eine Vollauslastung halten die Experten für möglich, wenn zusätzlich alle Zuschauer vor Ort getestet werden.

Georg-Christian Zinn, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin sowie für Kinderheilkunde, verwies darauf, dass der medizinische Bereich derzeit durch schwere Coronafälle nicht mehr so belastet sei wie vor der zweiten Coronawelle. Zudem sei der Großteil der besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen fast durchgeimpft, sagte Zinn. Der Mediziner forderte ebenso wie Kainzinger, von der bisherigen reinen Fokussierung auf die Inzidenzzahlen abzurücken und vorrangig Risikogruppen in den Blick zu nehmen.

"Wir müssen Wege finden, das Leben auch mit Corona zu gestalten", sagte auch Andrea Zietzschmann, Intendantin der Berliner Philharmoniker. Zudem bräuchten die Künstler nach einem Jahr weitgehend geschlossener Spielstätten eine Perspektive.

Mit dem Konzept gebe es erstmalig einen branchenübergreifenden, differenzierten Beitrag zur Diskussion um angemessene Wege aus dem Lockdown, erklärte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. "Wir wollen wieder öffnen und wir wollen die Menschen, die unsere Einrichtungen besuchen oder in ihnen arbeiten, vor dem Virus schützen." Beides sei machbar.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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