Deutsche Tageszeitung - Tausende Menschen in Myanmar setzen Protest gegen Militärjunta fort

Tausende Menschen in Myanmar setzen Protest gegen Militärjunta fort


Tausende Menschen in Myanmar setzen Protest gegen Militärjunta fort
Tausende Menschen in Myanmar setzen Protest gegen Militärjunta fort / Foto: ©

In Myanmar setzen die Menschen ihren Protest gegen die Militärführung auch mehr als drei Wochen nach dem Staatsstreich unermüdlich fort. In der größten Stadt Rangun zogen am Mittwoch Tausende durch die Straßen, darunter auch Mönche in ihren auffälligen roten und orangenen Roben. Sie versammelten sich vor der indonesischen Botschaft, nachdem Jakarta sich als Vermittlernation ins Spiel gebracht hatte. Derweil sorgen in dem südostasiatischen Land Gerüchte über Geldknappheit für lange Schlangen vor den Bankautomaten.

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Mit Fahnen und Schildern wie "Mönche gegen die Militärdiktatur" zogen buddhistische Geistliche gemeinsam unter anderem mit muslimischen Demonstranten vor die Vertretung Indonesiens. Jakarta erklärte am Mittwoch, es vermittle zwischen allen Parteien in Myanmar. Indonesiens Außenminister Wunna Maung Lwin traf in Thailands Hauptstadt Bangkok zu Gesprächen mit einem hochrangigen Militärmitglied ein. Sowohl Myanmars Nachbarland Thailand als auch Indonesien sind zusammen mit Myanmar Teil des Verbandes Südostasiatischer Nationen (Asean).

Nach dem Militärputsch vom 1. Februar lassen sich die Menschen trotz zuletzt massiver Gewaltanwendung der Militärherrscher nicht abhalten, weiterhin zu demonstrieren. Täglich ziehen sie mit Bildern von Friedensnobelpreisträgerin und De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi auf die Straße, um ihre sowie die Freilassung der anderen festgenommenen Regierungsmitglieder zu fordern. Auch die zur Routine gewordene nächtliche Internetsperre vermag es nicht, die Protestbewegung zu stoppen.

Der "Bewegung für zivilen Ungehorsam" (CDM) schlossen sich auch tausende Angehörige des öffentlichen Dienstes an. Krankenhausmitarbeiter, Menschen in Ministerien und Zugführer legten ihre Arbeit nieder - und damit das Land lahm. Ohne sie ist das Regieren für die Junta fast unmöglich, denn auch die Generäle können sich nur über ein funktionierendes Staatswesen dauerhaft an der Macht halten.

Wegen Gerüchten, dass das Geld knapp werde, standen die Menschen landesweit Schlange vor Bankautomaten. Die Armeeführung hatte zuletzt die tägliche Summe für Barabhebungen gesenkt. Privatbanken sind größtenteils geschlossen, auch die Staatsbanken haben nur vereinzelt geöffnet.

Der Putsch beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in Myanmar, das seit seiner Unabhängigkeit 1948 fast 50 Jahre lang unter Militärherrschaft stand.

Derweil sorgte die Abschiebung von mehr als tausend Migranten aus Myanmar durch malaysische Behörden international für Entsetzen. Trotz eines am Dienstag entschiedenen Gerichtsspruchs gegen die Rückführung der Menschen, verließen diese auf drei Schiffen von Myanmars Marine einen Armeestützpunkt in Malaysia. Unter den Menschen befinden sich unter anderem Angehörige einer christlichen Minderheit. Amnesty International forderte, dass die Regierung "dem malaysischen Volk eine Erklärung schuldet, warum sie sich entschieden hat, den Gerichtsbeschluss zu missachten".

(U.Stolizkaya--DTZ)

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