Deutsche Tageszeitung - Bericht: Nordkorea beutete jahrzehntelang Kriegsgefangene aus Südkorea aus

Bericht: Nordkorea beutete jahrzehntelang Kriegsgefangene aus Südkorea aus


Bericht: Nordkorea beutete jahrzehntelang Kriegsgefangene aus Südkorea aus
Bericht: Nordkorea beutete jahrzehntelang Kriegsgefangene aus Südkorea aus / Foto: ©

Nordkorea hat nach einem Bericht einer Menschenrechtsorganisation aus Seoul jahrzehntelang südkoreanische Kriegsgefangene und deren Nachfahren als Zwangsarbeiter im Bergbau ausgebeutet. Zehntausende südkoreanische Gefangene aus dem Koreakrieg seien seit dem Waffenstillstand im Jahr 1953 in den Minen im Norden des Landes zum Abbau unter anderem von Kohle, Blei, Zink und Magnesit gezwungen worden, erklärte die Bürgerallianz für nordkoreanische Menschenrechte am Mittwoch. Auch die Kinder und Enkel der Kriegsgefangenen seien im Bergbau eingesetzt worden.

Textgröße ändern:

Aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position in Nordkorea war es ihnen demnach verboten, den Wohnort oder den Arbeitsplatz zu wechseln. Auch von höherer Bildung seien Gefangene und deren Nachfahren ausgeschlossen gewesen.

Die Autorin des Berichts, Joanna Hosaniak, warf der südkoreanischen Regierung vor, diese habe das Schicksal ihrer Landsleute bislang ignoriert. "Es gibt kein Wissen und es gibt kein Interesse", sagte Hosaniak der Nachrichtenagentur AFP. Auch bei den zurückliegenden Gipfeltreffen sei das Thema nicht angesprochen worden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2014 blieben nach dem Koreakrieg mindestens 50.000 südkoreanische Kriegsgefangene in den Händen des kommunistischen Nordens. 500 von ihnen waren demnach 2014 noch am Leben.

Nordkorea entließ lediglich gut 8000 Gefangene in den Süden des Landes. Die Regierung in Pjöngjang hatte dagegen wiederholt erklärt, alle Kriegsgefangenen, die dies wollten, hätten wieder in ihre Heimat ausreisen dürfen. Wer blieb, habe dies freiwillig getan.

Kohle war jahrzehntelang ein wichtiges Exportgut Nordkoreas, insbesondere nach China. Auf diesem Weg sicherte sich das international isolierte Land ausländische Devisen. Seit dem Jahr 2017 sind Kohleexporte aus Nordkorea aufgrund von UN-Sanktionen verboten.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

40.000 Migranten haben Grenze zwischen Marokko und Ceuta gestürmt

Zehntausende Migranten haben die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika gestürmt. In den vergangenen Tagen erreichten rund 40.000 Menschen Ceuta, wie es am Freitag aus Polizeikreisen hieß. Insgesamt 18 Migranten seien dabei bisher ums Leben gekommen. Es ist die größte Zahl von nach Ceuta gekommenen Migranten seit 2021. Spaniens Regierungschef Pedro Pedro Sánchez wollte am Freitag den Grenzübergang Tarajal in der Exklave besuchen.

Hamas stimmt Entwaffnung im Gazastreifen zu - Israel äußert sich zunächst nicht

Nach monatelangen Verhandlungen hat die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas offenbar einer Vereinbarung über ihre Entwaffnung im Gazastreifen zugestimmt. Zwei Hamas-Vertreter teilten der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit, dass eine Einigung "in der Frage der Waffen erzielt" worden sei. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt, der von ihm ins Leben gerufene "Friedensrat" habe "eine historische Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas und aller anderen bewaffneten Gruppen im Gazastreifen erzielt". Israel äußerte sich zunächst nicht zu der Einigung.

Wadephul begrüßt Vereinbarung zu Entwaffnung von Hamas

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die von US-Präsident Donald Trump bekannt gegebene Einigung zur Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen begrüßt. Es sei nun "entscheidend, dass wirklicher Fortschritt erzielt wird und die Hamas tatsächlich die Waffen niederlegt", schrieb Wadephul am Freitag in einem englischsprachigen Beitrag im Kurzbotschaftendienst X. Die Hamas dürfe "nie wieder eine Bedrohung für Israel darstellen". Die Nachricht von der Einigung stimme ihn hoffnungsvoll.

Unionsfraktion kritisiert Renten-Vorstoß der Ost-Ministerpräsidenten

Die Forderung der ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten nach einer Beibehaltung des früheren Renteneintritts für langjährig Versicherte stößt auf Widerspruch in der Bundes-CDU. "Am Grundsatz der Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren darf nicht gerüttelt werden", sagte Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) der "Rheinischen Post" nach Angaben vom Freitag. Die Forderung nach Abschaffung sei Teil des "sehr ausgewogenen Gesamtpakets" der Rentenkommission, das in Gänze umgesetzt werden müsse.

Textgröße ändern: