Deutsche Tageszeitung - Myanmars Botschafter bei der UNO nach Unterstützung von Protesten abgesetzt

Myanmars Botschafter bei der UNO nach Unterstützung von Protesten abgesetzt


Myanmars Botschafter bei der UNO nach Unterstützung von Protesten abgesetzt
Myanmars Botschafter bei der UNO nach Unterstützung von Protesten abgesetzt / Foto: ©

Nach dem Aufruf von Myanmars UN-Botschafter an die internationale Gemeinschaft, sich der Militärjunta in seinem Land entgegenzustellen, hat diese ihn abgesetzt. Kyaw Moe Tun vertrete Myanmar nicht länger bei den Vereinten Nationen, verkündete das Staatsfernsehen am Samstag. Der Diplomat sei "nicht dem Befehl und der Richtung des Staates gefolgt" und habe "das Land betrogen", hieß es in dem Bericht.

Textgröße ändern:

Tun hatte am Freitag vor der UN-Vollversammlung gesagt, nötig sei die "stärkste mögliche Antwort der internationalen Gemeinschaft, um den Militärputsch sofort zu beenden, die Unterdrückung unschuldiger Menschen zu stoppen, die Staatsmacht an die Bevölkerung zurückzugeben und die Demokratie wiederherzustellen". Der Diplomat appellierte an die UN-Mitgliedstaaten, die Militärregierung in Myanmar nicht anzuerkennen und nicht mit ihr zu kooperieren.

Auch seien "stärkere" Maßnahmen nötig, um das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte in Myanmar gegen friedliche Demonstranten zu beenden, hatte Tun appelliert. Seine Landsleute rief der Botschafter in der Landessprache auf, weiter gegen die Militärjunta zu kämpfen. Dabei hob er die drei mittleren Finger - eine Geste des Widerstands gegen die Militärjunta.

Seit dem Militärputsch in Myanmar am 1. Februar gibt es in dem Land massive Proteste, gegen welche die Sicherheitskräfte brutal vorgehen. Mindestens fünf Menschen wurden im Zuge der Proteste getötet, hunderte weitere wurden festgenommen.

Auch am Samstag ging die Polizei in der Wirtschaftsmetropole Rangun mit Gummigeschossen gegen Demonstranten vor. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation AAPP, die sich um politische Häftlinge kümmert, wurden allein am Samstag mehr als 400 Menschen festgenommen. Zu ihnen zählten mindestens drei Journalisten.

Die Demonstranten verlangen die Freilassung der abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und die Rückkehr zur Demokratie.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Hamas stimmt Entwaffnung zu - Trump: Israel "sehr glücklich" über Vereinbarung

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat nach monatelangen Verhandlungen offenbar ihrer Entwaffnung im Gazastreifen zugestimmt - die israelische Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell dazu. Hamas-Vertreter teilten der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit, dass eine Einigung "in der Frage der Waffen" erzielt worden sei. US-Präsident Donald Trump sprach von einer "historischen Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas", über die auch Israel "sehr glücklich" sei.

Debatte um Migration und Grenzsicherung nach Ankunft zehntausender Menschen in Ceuta

Die Ankunft von zehntausenden Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat in der EU eine Debatte über Migration und Grenzkontrollen ausgelöst. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) etwa forderte Spanien am Freitag auf, dafür zu sorgen, "dass der europäische Außengrenzschutz gewährleistet ist". Italien setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien vorerst aus. US-Präsident Donald Trump sagte, die "schrecklichen" Bilder seien eine Warnung für die Vereinigten Staaten vor den Kongresswahlen.

US-Präsident Trump äußert sich zurückhaltend zu möglicher Patriot-Lizenz für die Ukraine

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine geäußert. Die USA müssten dabei "sehr vorsichtig" sein, sagte Trump am Freitag bei einer Kabinettssitzung in der Präsidentenresidenz Camp David.

Trump spricht von "Invasion" in Ceuta und ruft zur Wahl der Republikaner auf

US-Präsident Donald Trump hat die Ankunft zehntausender marokkanischer Migranten in der spanischen Exklave Ceuta mit einer "Invasion" verglichen. "Es sieht aus wie eine Invasion eines Landes durch Hunderttausende von Menschen", sagte Trump am Freitag bei einer Kabinettssitzung in Camp David. Nach Angaben der Behörden von Ceuta erreichten bisher rund 60.000 Menschen das spanische Gebiet in Nordafrika, mehr als 48.000 kehrten aber nach Angaben des spanischen Innenministeriums bereits wieder nach Marokko zurück.

Textgröße ändern: