Deutsche Tageszeitung - Thüringer Verfassungsgerichtshof erklärt Corona-Verordnungen teils für nichtig

Thüringer Verfassungsgerichtshof erklärt Corona-Verordnungen teils für nichtig


Thüringer Verfassungsgerichtshof erklärt Corona-Verordnungen teils für nichtig
Thüringer Verfassungsgerichtshof erklärt Corona-Verordnungen teils für nichtig / Foto: ©

Der Thüringer Verfassungsgerichtshof hält einige Corona-Verordnungen des Freistaats in Teilen für verfassungswidrig. Das Gericht erklärte am Montag in Weimar von der Landesregierung im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres erlassene Verordnungen teilweise für nichtig. Damit war die AfD-Landtagsfraktion mit einer Klage gegen Corona-Verordnungen von Mai, Juni und Juli 2020 in einigen Punkten erfolgreich. (Az: VerfGH 18/20)

Textgröße ändern:

Die AfD hatte alle Verordnungen der Landesregierung und damit sämtliche Maßnahmen seit Mai angegriffen, weil sie diese für unverhältnismäßig und wegen der Grundrechtseinschränkungen für unvereinbar mit der Verfassung hält.

Die verordneten Einschränkungen zum Schutz vor Corona-Infektionen beanstandete der Verfassungsgerichtshof nicht. Die Annahmen des Gesetzgebers, dass Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Abstandsgebote objektiv dazu geeignet seien, die Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern, seien "weder offensichtlich fehlerhaft noch unvertretbar", erklärten die Richter.

Die Landesregierung habe sich damals einer neuartigen Entscheidungssituation gegenüber gesehen, die sich innerhalb sehr kurzer Zeit dynamisch verändert habe. Zugleich hätten sich außerordentliche Risiken für die Bevölkerung gezeigt, während die Grundlagen für die politischen und rechtlichen Entscheidungsprozesse wissenschaftlich noch nicht vollständig abgesichert gewesen seien.

Die Verordnungen stellten zumindest für den im Verfahren behandelten Zeitraum bis November "eine ausreichende Verordnungsermächtigung auch für nicht unerhebliche Grundrechtseingriffe" dar.

Eine Verordnung vom Mai erklärten die Richter dagegen aus formalen Gründen für verfassungswidrig. Diese sei vom Gesundheitsministerium erlassen worden und damit zum damaligen Zeitpunkt nicht von einem formell ordnungsgemäß ermächtigten Verordnungsgeber.

Das Verfassungsgericht wertete dies als Verstoß gegen das sogenannte Zitiergebot. Das Zitiergebot bedeutet, dass der Gesetzgeber bei einer Einschränkung von Grundrechten diese konkret benennen muss.

Im Zusammenhang damit erklärte das Verfassungsgericht auch die entsprechenden Bußgeldregelungen der Verordnung für nichtig. Auch in anderen Bundesländern klagte die AfD bereits gegen die jeweiligen Länderverordnungen.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Brasiliens Präsident Lula wird 81 - und will 24 Stunden am Tag arbeiten

Am Sonntag hatte er die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen - am Dienstag nun ist Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva 81 geworden und hat sich für seine vierte Amtszeit viel vorgenommen: Er wolle sich "24 Stunden am Tag dafür einsetzen, dieses Land zu dem Land zu machen, von dem alle träumen", sagte Lula in einem Video auf der Plattform Instagram. Er werde "die beste Amtszeit absolvieren, die je ein Präsident in der Geschichte dieses Landes hatte".

Prozess gegen früheren kremlnahen Aktivisten und heutigen Putin-Kritiker Remeslo begonnen

In Russland hat der Prozess gegen den früheren kremlnahen Aktivisten und heutigen Kritiker von Präsident Wladimir Putin und Moskaus Ukraine-Offensive, Ilja Remeslo, begonnen. Der Prozess startete am Dienstag vor einem Gericht in St. Petersburg, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten.

Huthis: Größte Ölraffinerie und Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien angegriffen

Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien und das Verteidigungsministerium des Landes attackiert. Der Angriff auf das Verteidigungsministerium in Riad sei mit einer ballistischen Rakete erfolgt, diese habe ihr "Ziel erreicht", erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Dienstag. Zudem sei die Raffinerie Ras Tanura im Osten des Landes "mit einer ballistischen Rakete" angegriffen worden.

Israel: Netanjahus Partei fordert länger geöffnete Wahllokale - Eisenkots Partei dagegen

Bei der Parlamentswahl in Israel hat die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale beantragt. "Wir haben einen Antrag gestellt, um die Zeiten für die Stimmabgabe zu verlängern", erklärte die konservative Partei am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Die Netanjahu-Partei versuchte zudem, ihre Wähler zu mobilisieren: "Wählt nur Likud", schrieb sie auf Telegram.

Textgröße ändern: