Deutsche Tageszeitung - Papst fordert Ende von Gewalt und Extremismus im Irak

Papst fordert Ende von Gewalt und Extremismus im Irak


Papst fordert Ende von Gewalt und Extremismus im Irak
Papst fordert Ende von Gewalt und Extremismus im Irak / Foto: ©

Papst Franziskus hat bei seinem historischen Irak-Besuch ein Ende der Gewalt und des Extremismus in dem Land gefordert. "Die Waffen sollen schweigen! Ihre Verbreitung möge hier und überall eingeschränkt werden!", sagte das Oberhaupt der Katholiken am Freitag bei einer Rede im Präsidentenpalast in Bagdad. "Genug der Gewalt, des Extremismus, der Gruppenbildungen und der Intoleranz."

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Er sei dankbar, dass diese "lang erwartete" Reise in der "Wiege der Zivilisation" möglich sei, sagte der Papst, der gegen Mittag in der irakischen Hauptstadt gelandet war. Es ist der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts im Irak und Franziskus’ erste Auslandsreise seit Beginn der Corona-Pandemie. Am Flughafen traf der Papst den irakischen Regierungschef Mustafa al-Kadhemi, bevor er im Präsidentenpalast von Staatschef Barham Saleh empfangen wurde.

Der Papst rief zum friedlichen Miteinander der Religionen und zur Achtung der Rechte von Christen und anderen Minderheiten im Irak auf. "Die Präsenz der Christen in diesem Gebiet seit uralten Zeiten und ihr Beitrag zum Leben dieses Landes stellen ein reiches Erbe dar, das die Kirche im Dienste aller nach Möglichkeit fortführen möchte", sagte Franziskus.

Es sei unerlässlich, "die Beteiligung aller politischen, sozialen und religiösen Gruppen sicherzustellen und die Grundrechte aller Bürger zu garantieren". Niemand dürfe als Bürger zweiter Klasse angesehen werden, betonte der Papst.

Er erinnerte auch an das Leid der Jesiden im Irak, die ebenso wie Christen von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verfolgt wurden. Die Jesiden seien "unschuldige Opfer sinnloser und unmenschlicher Barbarei" geworden, sagte der Papst. Der IS hatte tausende jesidische Frauen und Mädchen verschleppt und als Sexsklavinnen missbraucht, ihre Männer und Brüder wurden ermordet. Viele Jesidinnen sind noch immer vermisst.

Die irakische Regierung rief der Papst auf, "die Geißel der Korruption, den Machtmissbrauch und die Illegalität zu bekämpfen". Nach dem Empfang im Präsidentenpalast wollte Franziskus am Nachmittag Bischöfe, Priester und Ordensleute in der syrisch-katholischen Kathedrale in Bagdad treffen, die 2010 Ziel eines dschihadistischen Anschlags mit dutzenden Toten geworden war.

Für Samstag ist ein Treffen des Papstes mit dem einflussreichen Schiitenführer Ayatollah Ali Sistani in Nadschaf geplant. Außerdem ist ein interreligiöses Treffen in Ur vorgesehen, an dem neben Christen und Muslimen auch Jesiden teilnehmen sollen. Am Sonntag will der Papst in der früheren IS-Hochburg Mossul für die Kriegsopfer im Irak beten. Für den Nachmittag steht eine Messe in einem Stadion in Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak auf dem Programm.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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