Deutsche Tageszeitung - "Aktion Deutschland Hilft" setzt künftig auf noch mehr Katastrophenvorsorge

"Aktion Deutschland Hilft" setzt künftig auf noch mehr Katastrophenvorsorge


"Aktion Deutschland Hilft" setzt künftig auf noch mehr Katastrophenvorsorge
"Aktion Deutschland Hilft" setzt künftig auf noch mehr Katastrophenvorsorge / Foto: ©

Mit künftig mehr Katastrophenvorsorge will das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" auf Herausforderungen wie etwa den Klimawandel reagieren. Dies kündigte das Bündnis von mehr als 20 deutschen Hilfsorganisationen am Freitag bei einer Pressekonferenz in Berlin zum 20-jährigen Bestehen an. In den vergangenen zwei Jahrzehnten realisierte es 61 Hilfseinsätze in 130 Ländern weltweit. Insgesamt wurden mehr als 2400 Projekte zur humanitären Hilfe umgesetzt.

Textgröße ändern:

Künftig wolle das Bündnis seine Hilfen "noch effizienter" gestalten, sagte die geschäftsführende Vorständin Manuela Roßbach zur Erläuterung des Mottos "Sei schneller als die Katastrophe". Schließlich spare die humanitäre Katastrophenvorsorge auch Geld. Dabei handele es sich oft nur um kleine, effektive Maßnahmen wie etwa das Abdecken eines Wasserspeichers.

Außenminister Heiko Maas (SPD) würdigte den Einsatz des Bündnisses und hob hervor, das von der "Aktion Deutschland Hilft" gebündelte Spendenengagement der Deutschen sei "eine zentrale Ergänzung des umfassenden Einsatzes der Bundesregierung als mittlerweile weltweit zweitgrößter humanitärer Geber". Hilfe aus Deutschland sei sozusagen zu einem "Gütesiegel" geworden.

Die weltweite Lage sei "insgesamt düster", sagte Maas. Aufgrund von Krisen, Klimawandel und der Corona-Pandemie bräuchten immer mehr Menschen Hilfe. Daher sei vorausschauendes Handeln wichtig - "nicht erst, wenn alles bereits in Schutt und Asche liegt", sagte der Minister und betonte: "Jeder Euro vorher spart sieben bis acht danach."

Ziel des am 6. März 2001 gegründeten Bündnisses ist es, nach Katastrophen schneller und besser abgestimmt zu helfen. Dazu zählen Maßnahmen wie die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten, aber auch psychologischer Beistand, die Bereitstellung von Notunterkünften oder Wiederaufbau.

Als Beispiele nannte das Bündnis den Tsunami 2004 in Südostasien, den Taifun "Hayan" 2013 auf den Philippinen und das Erdbeben in Nepal 2015. In diesen Fällen sei die Spendenbereitschaft hoch gewesen. Seit seiner Gründung konnte das Bündnis nach eigenen Angaben durch Spenden von insgesamt rund 580 Millionen Euro vielen Millionen Menschen in Not helfen.

Der Klimaforscher Mojib Latif hob hervor, dass von Klimakatastrophen vor allem Länder betroffen seien, die durch ihre Lebensweise selbst kaum zum Klimawandel beitragen würden. Er forderte die Bundesregierung auf, die Emissionen drastisch zu senken. Deutschland sei "sehr langsam", beispielsweise beim Kohleausstieg. Ebenso wie die Corona-Pandemie könne auch die Klima-Krise nur global bewältigt werden.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Netanjahu will "starke" neue rechtsgerichtete Regierung bilden

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu zuversichtlich gezeigt, auch künftig die Regierung anzuführen. "Wir müssen eine starke Regierung des rechten Lagers bilden", sagte Netanjahu am Mittwoch vor seinen Anhängern in Jerusalem. Zudem sprach er sich gegen jede "Regierung mit der Unterstützung der israelischen Araber" aus, deren Parteien bei der Wahl massive Zugewinne erzielt hatten.

Oppositionsführer Eisenkot will nach Israel-Wahl neue Regierung bilden

Der führende israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot ist nach eigenen Worten bereit, nach der Parlamentswahl in Israel eine neue Regierung zu bilden. Die Menschen in Israel hätten sich für "den Wandel entschieden", sagte der Mitte-Rechts-Politiker am frühen Mittwochmorgen in einer Rede vor seinen Anhängern in Tel Aviv. Er werde versuchen, eine neue Regierung zu bilden.

Israel-Wahl: Opposition leicht vorne - schwierige Regierungsbildung erwartet

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab: Die Opposition lag ersten Prognosen zufolge knapp vor dem Lager von Regierungschef Benjamin Netanjahu, doch keines der Bündnisse erreichte eine Mehrheit. Das ergaben Nachwahlbefragungen der Fernsehsender 11, 12 und 13 am Dienstagabend. Deutliche Zugewinne verzeichneten die arabischen Parteien. Bis zur Bildung einer neuen Regierung könnten Wochen vergehen.

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht. Eine Schlägerei mit einem deutschen Toten nach einem Rockkonzert in der Nähe des Zürichsees beschäftigt derzeit die Schweizer Justiz.

Textgröße ändern: