Deutsche Tageszeitung - Verwaltungsrat verlangt von EU-Grenzschutzbehörde Frontex mehr Transparenz

Verwaltungsrat verlangt von EU-Grenzschutzbehörde Frontex mehr Transparenz


Verwaltungsrat verlangt von EU-Grenzschutzbehörde Frontex mehr Transparenz
Verwaltungsrat verlangt von EU-Grenzschutzbehörde Frontex mehr Transparenz / Foto: ©

Nach Vorwürfen der illegalen Zurückweisung von Migranten in der Ägäis hat der Frontex-Verwaltungsrat von der EU-Grenzschutzbehörde mehr Transparenz verlangt. Nach einer Videositzung erklärte der Verwaltungsrat am Freitag, er nehme "mit Sorge zur Kenntnis, dass das derzeit geltende Berichtssystem nicht systematisch angewendet" werde und der Behörde "kein klares Bild zu Fakten zu (potenziell) ernsten Zwischenfällen für eine systematische Analyse von Grundrechtsbedenken" erlaube.

Textgröße ändern:

Frontex müsse in dieser Hinsicht dringend nachbessern, forderte das Gremium. Im Oktober hatten Medien über die angebliche Verwicklung von Frontex in die illegale Zurückweisung von Asylbewerbern durch die griechische Küstenwache Richtung Türkei berichtet.

Der Abschlussbericht einer deswegen eingesetzten Arbeitsgruppe kam allerdings zu keinen klaren Ergebnissen. In acht untersuchten Fällen habe es keine illegalen Pushbacks gegeben, heißt es in dem Report. Die Umstände bei fünf anderen Fällen seien allerdings nicht zu klären gewesen.

Wegen der schleppenden Aufklärung dieser sogenannten Pushbacks steht der französische Frontex-Chef Fabrice Leggeri seit Wochen unter Druck. Einige EU-Abgeordnete forderten, er müsse seinen Posten räumen. Am Donnerstag hatte Leggeri zugesichert, von der Arbeitsgruppe vorgelegte Verbesserungsvorschläge schnell umzusetzen. Gefordert wird unter anderem eine bessere Überwachung und Dokumentierung von Frontex-Einsätzen vor Ort, etwa durch Video-Aufnahmen.

Wenn Gruppen von Migranten wahllos zurückgedrängt und vom Stellen eines Asylantrags abgehalten werden, stellt dies einen Verstoß gegen die EU-Menschenrechtsregeln und die Genfer Konvention von 1951 dar. Frontex wurde im Jahr 2004 gegründet und soll bis zum 2027 auf 10.000 Grenzschützer anwachsen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Netanjahu will "starke" neue rechtsgerichtete Regierung bilden

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu zuversichtlich gezeigt, auch künftig die Regierung anzuführen. "Wir müssen eine starke Regierung des rechten Lagers bilden", sagte Netanjahu am Mittwoch vor seinen Anhängern in Jerusalem. Zudem sprach er sich gegen jede "Regierung mit der Unterstützung der israelischen Araber" aus, deren Parteien bei der Wahl massive Zugewinne erzielt hatten.

Oppositionsführer Eisenkot will nach Israel-Wahl neue Regierung bilden

Der führende israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot ist nach eigenen Worten bereit, nach der Parlamentswahl in Israel eine neue Regierung zu bilden. Die Menschen in Israel hätten sich für "den Wandel entschieden", sagte der Mitte-Rechts-Politiker am frühen Mittwochmorgen in einer Rede vor seinen Anhängern in Tel Aviv. Er werde versuchen, eine neue Regierung zu bilden.

Israel-Wahl: Opposition leicht vorne - schwierige Regierungsbildung erwartet

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab: Die Opposition lag ersten Prognosen zufolge knapp vor dem Lager von Regierungschef Benjamin Netanjahu, doch keines der Bündnisse erreichte eine Mehrheit. Das ergaben Nachwahlbefragungen der Fernsehsender 11, 12 und 13 am Dienstagabend. Deutliche Zugewinne verzeichneten die arabischen Parteien. Bis zur Bildung einer neuen Regierung könnten Wochen vergehen.

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht

Tödliche Schlägerei nach Rockkonzert in der Schweiz wird untersucht. Eine Schlägerei mit einem deutschen Toten nach einem Rockkonzert in der Nähe des Zürichsees beschäftigt derzeit die Schweizer Justiz.

Textgröße ändern: