Deutsche Tageszeitung - Bundesregierung bringt Nationalen Integrationsplan auf den Weg

Bundesregierung bringt Nationalen Integrationsplan auf den Weg


Bundesregierung bringt Nationalen Integrationsplan auf den Weg
Bundesregierung bringt Nationalen Integrationsplan auf den Weg / Foto: ©

Mit einem mehr als 100 Punkte umfassenden Aktionsplan will die Bundesregierung die Integration von Zuwanderern in Deutschland fördern. Die Maßnahmen, die am Dienstag von den Teilnehmern des Integrationsgipfels bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verabschiedet werden sollen, reichen von Hilfen für zuwandernde Fachkräfte im Heimatland über Unterstützung beim Spracherwerb bis zu Anstrengungen für mehr Chancengleichheit in Wirtschaft und öffentlichem Dienst.

Textgröße ändern:

"Wenn wir Deutschland als wirtschaftlich starkes, modernes Einwanderungsland für die Zukunft aufstellen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass alle ihre Fähigkeiten einbringen können und das auch tun", erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Anette Widmann-Mauz (CDU), vor Beginn der Beratungen. "Mit dem Nationalen Aktionsplan Integration haben wir gemeinsam den strategischen, integrationspolitischen Ansatz für die 2020er Jahre geschaffen."

Der Aktionsplan soll nach Angaben der Staatsministerin die Integration "auf allen Ebenen und Lebensbereichen systematisch vorantreiben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken". Ausgearbeitet wurde er in den vergangenen Jahren von rund 300 Partnerinnen und Partnern aus Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft - unter ihnen 75 Migrantenorganisationen.

Der Aktionsplan sieht Maßnahmen auf insgesamt fünf Stufen vor. Die erste Stufe soll bereits vor der Zuwanderung greifen: In den Herkunftsländern sollen Aufklärungs- und Informationsangebote gemacht werden. Unter anderem soll es hier um die gezielte Gewinnung von Fachkräften gehen.

Die zweite Stufe sieht Maßnahmen zur Erstintegration vor: Sprachförderung, Beratung für den Einstieg in den Alltag, Anerkennung von Bildungsabschlüssen. In Phase drei soll es um Eingliederung und Teilhabe gehen. Dabei geht es um die Integration in den Arbeitsmarkt, aber auch um bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt und die Stärkung der Kommunen in der Integrationsarbeit.

Die vierte Phase befasst sich mit den Grundlagen für das Zusammenwachsen als Gesellschaft. Dazu gehören beispielsweise Diversitätsstrategien für mehr Teilhabe im Gesundheitswesen, in Kultur, Medien und im Sport und für die Stärkung des Miteinanders in der Stadtentwicklung.

In Phase fünf stehen dann Maßnahmen im Mittelpunkt, die Zugehörigkeit und Zusammenhalt festigen sollen. Es geht um Vorhaben für mehr Einbürgerungen, politische Bildung und Partizipation, um gleiche Chancen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst sowie um die Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus.

Die Integrationsgipfel findet seit 2006 statt. Die Veranstaltung vom Dienstag ist die 13. dieser Art und die letzte in dieser Legislaturperiode.

Widmann-Mauz betonte, wie wichtig es sei, beim Deutschlernen, der frühkindlichen Bildung oder beim Zugang auf den Arbeitsmarkt konsequent auf Integration zu setzen. Hier sei in den vergangenen Jahren einiges erreicht worden. "Wir müssen alles daransetzen, damit die Erfolge durch die Corona-Pandemie nicht zurückgeworfen werden", mahnte sie.

Die Linkspartei kritisierte die geplante Maßnahmen als unzureichend. "Wir brauchen ein neues Staatsangehörigkeitsrecht mit einem Anspruch auf Einbürgerung nach fünf Jahren Aufenthalt", erklärte Linken-Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler. Dabei müsse es grundsätzlich möglich sein, mehrere Staatsbürgerschaften zu haben.

"Mit der CDU ist aber ein solcher echter Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik nicht zu machen", kritisierte Schindler. "Sie verweigert sich aus ideologischen Gründen der Realität."

Der Gipfel wird am Mittag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Am Nachmittag stellen sich Merkel und andere Teilnehmern der Fragen der Presse.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Nach knappem Wahlausgang in Israel beanspruchen beide Blöcke die Regierungsbildung

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel haben beide Blöcke die Regierungsbildung für sich beansprucht. Sowohl Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch der wichtigste Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot kündigten am Mittwoch an, eine neue Regierung bilden zu wollen. Allerdings verfehlten beide Blöcke die dafür erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Prognosen zufolge lagen sie gleichauf. Deutliche Zugewinne verzeichneten dagegen die beiden Listen der arabischen Staatsbürger - sie könnten nun zum Königsmacher werden.

Kurz vor Midterms: Rubio begleitet Trump bei Wahlkampfauftritt in Texas

Wenige Tage vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November hat sich Außenminister Marco Rubio einem Wahlkampfauftritt von Präsident Donald Trump angeschlossen - was bisher eher selten vorkam. Gemeinsam besuchten die beiden republikanischen Politiker am Dienstag zunächst einen mit venezolanischem Rohöl beladenen Öltanker im Bundesstaat Texas. Anschließend holte Trump Rubio in der Hafenstadt Corpus Christi mit den Worten auf die Bühne: "Er ist so beliebt."

Merz im Rahmen seiner Asien-Reise in Japan

Bei seiner mehrtägigen Asienreise wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch in Japan erwartet. Der Kanzler wird in Tokio von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi empfangen und nimmt an einem deutsch-japanischen Wirtschaftsgipfel teil. Am Donnerstag stehen ein Unternehmertreffen und ein sicherheitspolitischer Dialog auf dem Programm sowie der Besuch eines Technologieunternehmens für Kernfusion.

Netanjahu will "starke" neue rechtsgerichtete Regierung bilden

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu zuversichtlich gezeigt, auch künftig die Regierung anzuführen. "Wir müssen eine starke Regierung des rechten Lagers bilden", sagte Netanjahu am Mittwoch vor seinen Anhängern in Jerusalem. Zudem sprach er sich gegen jede "Regierung mit der Unterstützung der israelischen Araber" aus, deren Parteien bei der Wahl massive Zugewinne erzielt hatten.

Textgröße ändern: