Deutsche Tageszeitung - EU-Kommission verlängert Ausfuhrkontrollen von Corona-Impfstoffen

EU-Kommission verlängert Ausfuhrkontrollen von Corona-Impfstoffen


EU-Kommission verlängert Ausfuhrkontrollen von Corona-Impfstoffen
EU-Kommission verlängert Ausfuhrkontrollen von Corona-Impfstoffen / Foto: ©

Die EU-Kommission hat den Kontrollmechanismus für Exporte von Corona-Impfstoffen in Drittländer verlängert. Die Regelung werde vorerst bis Ende Juni weiter gelten, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Donnerstag. Impfstoffhersteller, die einen Liefervertrag mit der EU geschlossen haben, müssen Ausfuhren demnach anmelden und genehmigen lassen.

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Die Sprecherin bestätigte Informationen vom Mittwoch, wonach ein beträchtlicher Anteil der in der EU produzierten Corona-Impfstoffe in Drittstaaten exportiert wird. Den Herstellern sei bislang die Ausfuhr von 34 Millionen Dosen genehmigt worden, "weil sie die vertragliche Vereinbarung zwischen der EU und den Impfstoffherstellern nicht gefährdete", sagte sie.

Großbritannien ist den Angaben zufolge mit gut neun Millionen Dosen der größte Abnehmer von in der EU produzierten Corona-Impfstoffen. An zweiter Stelle liegt Kanada mit insgesamt knapp vier Millionen Impfstoff-Dosen aus der EU, gefolgt von Mexiko (3,1 Millionen) und Japan (2,7 Millionen).

Allerdings decken diese Zahlen nicht alle Ausfuhren ab. "Die bedürftigsten Länder und unsere Nachbarschaft werden auch weiterhin von der Anwendung dieses Instruments ausgenommen sein", sagte die Kommissionssprecherin. Zu den Ländern, deren Impfstoff-Lieferungen aus der EU nicht angemeldet werden müssen, gehört auch Israel, das nach Angaben von EU-Ratspräsident Charles Michel einen Großteil seiner Bevölkerung mit Impfstoff aus Belgien immunisiert hat.

Den Angaben der Kommission zufolge wurden unter dem Mechanismus bislang 249 Anträge für Ausfuhren in 31 Länder und Gebieten genehmigt und einer abgelehnt. Vergangene Woche hatte Italien erstmals eine Lieferung von Astrazeneca-Impfstoff nach Australien unterbunden.

Die EU-Kommission hatte den Kontrollmechanismus im Januar eingeführt, nachdem der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca angekündigt hatte, der EU zunächst deutlich weniger Impfstoff zu liefern als vereinbart. Brüssel warf dem Unternehmen vor, die EU im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien zu benachteiligen.

Nach Angaben der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC lieferten die Hersteller derweil insgesamt 55,6 Millionen Impfstoffdosen an die Länder der EU sowie Norwegen, Liechtenstein und Island geliefert. 42,8 Millionen davon wurden bislang verabreicht.

(V.Sørensen--DTZ)

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