Deutsche Tageszeitung - Proteste in Myanmar reißen trotz anhaltender Gewalt nicht ab

Proteste in Myanmar reißen trotz anhaltender Gewalt nicht ab


Proteste in Myanmar reißen trotz anhaltender Gewalt nicht ab
Proteste in Myanmar reißen trotz anhaltender Gewalt nicht ab / Foto: ©

Trotz der anhaltenden Gewalt gegen Demonstranten in Myanmar reißen die Proteste in dem südostasiatischen Land nicht ab: Am Wochenende protestierten erneut zahlreiche Menschen gegen die Militärjunta. Im Shan-Staat gingen am Samstag Protestierende mit Gasmasken auf die Straße, wie in örtlichen Medien zu sehen war. In Mandalay im Zentrum des Landes demonstrierten Krankenhaus-Mitarbeiter am Sonntag bereits bei Morgengrauen, um eine Konfrontation mit den Sicherheitskräften zu vermeiden.

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Bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften in zentralen Stadt Monywa wurden am Sonntag ein Mann getötet und mindestens zwei weitere Menschen verletzt, wie zwei Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP berichteten. "Sie setzten Betäubungsgranaten und Tränengas ein", sagte ein Anwohner einem AFP-Reporter. Der Mann sei von einem Geschoss am Kopf getroffen worden und auf der Stelle tot gewesen.

In Mandalay zogen zahlreiche Krankenhaus-Mitarbeiter am Sonntagmorgen durch die Straßen. Um sich vor möglicher Gewalt durch die Sicherheitskräfte zu schützen, trugen die Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern Schutzhelme. Einige von ihnen hielten Plakate mit dem Bild der von der Junta abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi in die Höhe.

Zentrum der Proteste ist die Handelsmetropole und frühere Hauptstadt Yangon. Obwohl die Junta dort das Kriegsrecht verhängt hat, halten die Proteste weiter an. Die Protestbewegung werde nicht aufgeben, schrieb die bekannte Aktivistin Ei Thinzar Maung in einem mit dem Hastag #SpringRevolution versehenen Twitter-Beitrag. "Wir sind zum Sieg geboren."

In Yangon fand am Sonntag eine Beerdigungszeremonie für einen 26-Jährigen statt, der am Samstag in Haft gestorben war. Er war am Tag zuvor bei einem Protest angeschossen und festgenommen worden. Die Mutter des jungen Mannes weinte bei der Trauerfeier über dem Sarg und sagte, ihr Sohn sei in ihren Augen noch ein Kind gewesen. "Ich bin wirklich stolz auf das, was du für die Demokratie und dieses Land getan hast", sagte sie.

In der zentralen Stadt Pakkoku wurde derweil eine 38-Jährige beigesetzt, die am Wochenende ebenfalls getötet worden war. Der Sarg der dreifachen Mutter Mar La Win war in die rote Flagge der Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Suu Kyi gehüllt. "Unsere Familie ist jetzt kaputt", sagte ihr Witwer Myint Swe.

Seit dem Militärputsch am 1. Februar geht die Junta brutal gegen Demonstranten vor, die in Massen die Freilassung Suu Kyis und eine Rückkehr zum demokratischen Prozess fordern. "Die Opfer und grundlosen Schüsse nehmen mit jedem Tag zu", erklärte die myanmarische Vereinigung zur Unterstützung politischer Gefangener (AAP). Ihren Angaben zufolge gab es seit Beginn der Proteste gegen den Militärputsch bereits fast 250 Tote. Mehr als 2300 weitere Menschen wurden demnach festgenommen.

Das australische Außenministerium teilte indessen mit, dass es zwei seiner Staatsangehörigen in Myanmar konsularischen Beistand gewähre. "Aufgrund unserer Datenschutzverpflichtungen werden wir keine weiteren Einzelheiten bekannt geben," sagte eine Sprecherin. Berichten zufolge handelt es sich um ein Unternehmensberater-Paar, das am Freitag versucht hatte, das Land zu verlassen und seitdem unter Hausarrest steht.

(U.Beriyev--DTZ)

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