Deutsche Tageszeitung - Tschentscher: Oster-Ruhetage waren gemeinsamer Fehler von Bund und Ländern

Tschentscher: Oster-Ruhetage waren gemeinsamer Fehler von Bund und Ländern


Tschentscher: Oster-Ruhetage waren gemeinsamer Fehler von Bund und Ländern
Tschentscher: Oster-Ruhetage waren gemeinsamer Fehler von Bund und Ländern / Foto: ©

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat die nun wieder zurückgenommenen zusätzlichen Ruhetage über Ostern als gemeinsamen Fehler von Bund und Ländern bezeichnet. Hürden bei der rechtlichen Umsetzung seien nicht vorhergesehen worden, sagte Tschentscher am Mittwoch vor Journalisten. "Dieser Beschluss war insofern ein Fehler, den wir alle gemeinsam - die Bundeskanzlerin, alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten - gemacht haben."

Textgröße ändern:

Die Idee einer feiertagsähnlichen Ruhephase über Ostern bleibe aber richtig, auch wenn sie formell nicht umsetzbar sei, betonte Tschentscher nach einer Sitzung des Senats in der Hansestadt. Die Infektionsdynamik der dritten Corona-Welle müsse gebrochen oder zumindest gebremst werden. Alle übrigen Maßnahmen würden deshalb auch weiterhin in Kraft bleiben - etwa die Kontaktbeschränkungen.

Der Regierungschef rief alle Bürger zudem eindringlich auf, trotz der Rücknahme der Osterruhe über das Feiertagswochenende Kontakte in größtmöglichem Umfang zu reduzieren. Er bitte darum, die Ostertage "zu Hause und in Ruhe zu verbringen". Reisen sollten überhaupt nicht gemacht werden, "erst recht nicht ins Ausland".

Nach Tschentschers Angaben wurde die Idee einer Osterruhe bei den Beratungen der Regierungschefs in der Nacht auf Dienstag spontan vom Kanzleramt aufgebracht. Sie sei von Wissenschaftler auf ihr Tauglichkeit begutachtet worden, allerdings rechtlich nicht "vorgeprüft" worden. Im Nachhinein habe sich dann gezeigt, dass die rechtliche Umsetzung unmöglich sei. Dies zeige einmal mehr, welch "komplexe Fragen" die Pandemiebekämpfung insgesamt aufwerfe.

Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) erklärte am Mittwoch in einer Reaktion auf den Verzicht zusätzlicher Oster-Ruhetage, es bleibe "das Ziel", soziale Kontakte und Mobilität in den nächsten Wochen zu reduzieren. Dies gelte "insbesondere" über die Ostertage. Er bedauere, dass sich der Bund nicht in der Lage sehe, die mit der Osterruhe verbundenen Fragen "verbindlich zu klären".

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Nach Flucht in USA: Bolsonaro bezeichnet sich als "echten Präsidenten" Brasiliens

Nach seiner Flucht in die USA hat sich der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Rechtspopulist Flávio Bolsonaro zum Wahlsieger erklärt. "Ich bin der gewählte Präsident, und die Kriminellen, die die Wahl in Brasilien gestohlen haben, sind Teil einer kriminellen Organisation, die eine Tyrannei errichtet hat", erklärte Bolsonaro am Mittwoch in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme.

Bericht über Namenstrick: Trump fordert Ausschluss zweier Senatskandidaten in Alaska

Nach einem Bericht über einen mutmaßlichen Namenstrick der Demokraten bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Alaska hat Präsident Donald Trump den Ausschluss zweier Kandidaten gefordert. Die demokratische Bewerberin Mary Peltola und ein Namensvetter des republikanischen Senators Dan Sullivan müssten von den Stimmzetteln gestrichen werden, schrieb Trump am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social.

"New York Times": US-Demokraten führen Alaskas Wähler mit Namenstrick in die Irre

Vor den US-Kongresswahlen sollen die Demokraten mit einem bizarren Trick im Bundesstaat Alaska Verwirrung gestiftet haben. Um die Wiederwahl des amtierenden republikanischen Senators Dan S. Sullivan zu verhindern, hätten sie einen Gegenkandidaten namens Dan J. Sullivan aufgestellt, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Dieser sollte als Unabhängiger antreten und dem "echten" Sullivan Wählerstimmen streitig machen.

Nach Israel-Wahl: Keine Mehrheit in Sicht - Likud wirft arabischen Parteien Betrug vor

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich bislang keine Regierungsmehrheit ab - während sich der Streit zwischen den politischen Lagern verschärft. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bis Mittwochabend kam der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, das Oppositionsbündnis um den früheren Armeechef Gadi Eisenkot auf 48, wie die Wahlkommission mitteilte. Netanjahus Likud-Partei warf den arabischen Parteien unterdessen Wahlbetrug vor.

Textgröße ändern: