Deutsche Tageszeitung - Bidens Klimagipfel im April nimmt Formen an

Bidens Klimagipfel im April nimmt Formen an


Bidens Klimagipfel im April nimmt Formen an
Bidens Klimagipfel im April nimmt Formen an / Foto: ©

Der von US-Präsident Joe Biden geplante Klimagipfel, mit der er die Rückkehr Washingtons zum Kampf gegen den Klimawandel markieren will, nimmt Formen an: Nach Angaben des Weißen Hauses wurden am Freitag 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zu dem virtuellen Gipfel am 22. und 23. April eingeladen, darunter auch Chinas Präsident Xi Jinping und Kremlchef Wladimir Putin.

Textgröße ändern:

Eine Einladung erhielten unter anderem auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Boris Johnson, Indiens Regierungschef Narendra Modi, sein israelischer Kollege Benjamin Netanjahu sowie Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Vertreten sind laut dem Weißen Haus 17 Staaten, die für 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind sowie Staaten, die im Kampf gegen den Klimawandel führend - oder aber von den Konsequenzen besonders betroffen sind.

Der eigene Gipfel ist Teil von Bidens Vorhaben, im Kampf gegen die Klimakrise wieder eine aktive Rolle einzunehmen. Sein Vorgänger Donald Trump hatte die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 geführt und die Vereinigten Staaten damit bei der Klimapolitik international zum Außenseiter gemacht. Trumps demokratischer Nachfolger kehrte kurz nach seinem Amtsantritt wieder zu der Vereinbarung zurück.

Seit dem 19. Februar beteiligt sich die weltgrößte Volkswirtschaft somit wieder am Kampf gegen die Klimakrise - wie fast alle Staaten weltweit. Dafür ist Biden auch zur Zusammenarbeit mit den Rivalen Russland und China bereit. Flankiert werden die internationalen Ambitionen von einer ehrgeizigen Klimapolitik zu Hause: Unter anderem soll der US-Stromsektor bis 2035 keine Emissionen mehr verursachen, bis 2050 soll die US-Wirtschaft klimaneutral werden.

Der Klimagipfel im April solle "die Dringlichkeit - und die wirtschaftlichen Vorteile - von entschlossenerem Klimahandeln unterstreichen", erklärte das Weiße Haus. Er sei ein "wichtiger Schritt" auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz COP26 im November in Glasgow.

Bis dahin werde Washington als Beitrag zum Pariser Abkommen ein "ehrgeiziges Emissionsziel für 2030 ankündigen", hieß es in der Erklärung des Weißen Hauses weiter. Mit seiner Einladung zum April-Gipfel fordere Biden auch die anderen Staats- und Regierungschefs auf, ihre Strategien vorzustellen, um die Ziele des Pariser Abkommens einzuhalten.

Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die Staatengemeinschaft eine Beschränkung der Erderwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beschlossen und nach Möglichkeit eine Beschränkung auf 1,5 Grad anvisiert. Die Ziele sind jedoch nicht bindend, die Umsetzung bleibt jedem Land selbst überlassen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Trump-Hubschrauber über Washington womöglich Passagierflugzeug zu nahe gekommen

Ein US-Militärhubschrauber mit Präsident Donald Trump an Bord ist womöglich über Washington einem Passagierflugzeug zu nahe gekommen. Die Transportsicherheitsbehörde erklärte am Mittwoch, sie untersuche einen Vorfall, "bei dem der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen der 'Marine One' und einem vom Washington National Airport (DCA) gestarteten Passagierflugzeug unterschritten worden sein soll". Das Weiße Haus betonte, der Präsident habe sich zu keinem Zeitpunkt in Gefahr befunden.

Urteil in Prozess um tödlichen Autoanschlag auf Verdi-Demonstration in München

Im Prozess um den tödlichen Autoanschlag auf eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi in München soll am Donnerstag (11.30 Uhr) das Urteil gesprochen werden. Die Bundesanwaltschaft wirft dem aus Afghanistan stammenden Farhad N. in dem vor dem Münchner Oberlandesgericht geführten Verfahren vor, im Februar vergangenen Jahres kurz vor der Bundestagswahl mit einem Auto von hinten in die Demonstration gefahren zu sein und dabei eine 37 Jahre alte Mutter mit ihrem zwei Jahre alten Kind getötet zu haben.

Steinmeier-Nachfolge: Özdemir spricht sich für eine Frau aus

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat sich für eine Frau als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. "Nach zwölf Männern im Amt des Bundespräsidenten fände ich es ein starkes und wichtiges Zeichen, wenn Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin bekäme", sagte Özdemir den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). "Es gibt in unserem Land so viele herausragende Frauen, die die Erfahrung, die Autorität und die verbindende Kraft für dieses Amt mitbringen."

US-Kriegsschiffe der neuen "Trump"-Klasse könnten 275 Milliarden Dollar kosten

Die von US-Präsident Donald Trump geplanten und nach ihm benannten neuen Kriegsschiffe für die Armee könnten 275 Milliarden Dollar (rund 238 Milliarden Euro) kosten. Das teilte die Behörde CBO am Mittwoch mit, die den US-Kongress in Haushalts- und Wirtschaftsfragen berät. Die Schiffe der "Trump"-Klasse wären somit die teuersten US-Kriegsschiffe aller Zeiten.

Textgröße ändern: