Deutsche Tageszeitung - Mindestens 20 Verletzte bei Bombenanschlag auf Kirche in Indonesien

Mindestens 20 Verletzte bei Bombenanschlag auf Kirche in Indonesien


Mindestens 20 Verletzte bei Bombenanschlag auf Kirche in Indonesien
Mindestens 20 Verletzte bei Bombenanschlag auf Kirche in Indonesien / Foto: ©

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche im muslimisch geprägten Indonesien sind am Sonntag mindestens 20 Menschen verletzt und zwei Angreifer getötet worden. "An der Kathedrale von Makassar gab es einen Selbstmordanschlag", sagte Sicherheitsminister Mahfud MD, zu Journalisten in der Hauptstadt Jakarta. "Die zwei (Angreifer) starben". Zum Zustand der Verletzten gab es zunächst keine näheren Informationen.

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Nach Angaben der Polizei hatten zwei Menschen auf einem Motorrad versucht, auf das Gelände der katholischen Kirche in der Stadt Makassar im Osten des Landes zu gelangen, als sich die Explosion ereignete. Ein Wachmann der Kirche hatte demnach noch versucht, die Angreifer daran zu hindern, auf das Grundstück zu gelangen.

Ein Mann, bei dem es sich um den Priester der Kirche handeln soll, sagte dem Sender Metro TV, die Explosion habe sich nach der Messe am Palmsonntag ereignet, als die Gläubigen gerade nach Hause gehen wollten.

Derzeit werde untersucht, ob vor Ort gefundene Körperteile von Attentätern oder Passanten stammten, teilte die Polizei mit. Mehrere Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden.

Auf Bildern des Explosionsortes in der Hafenstadt mit rund 1,5 Millionen Einwohnern waren beschädigte Autos zu sehen. Die Polizei riegelte das Gebiet ab.

Ein Augenzeuge beschrieb der Nachrichtenagentur AFP die Explosion als "sehr stark". Ein anderer sagte: "Es waren viele Verletzte auf der Straße." Er habe einer Frau geholfen, die "blutüberströmt" gewesen sei.

Der Präsident des Landes, Joko Widodo, verurteilte den "terroristischen Akt" scharf. "Terrorismus ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", erklärte der Staatschef. Er rufe alle zum Kampf gegen "Terrorismus und Radikalismus" auf, die im Widerspruch zu religiösen Werten stünden.

In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, verübten Extremisten in den vergangenen Jahren immer wieder Anschläge auf Kirchen. 2018 starben etwa ein Dutzend Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche in Surabaya.

Bei dem bisher tödlichsten Anschlag im Oktober 2002 starben auf der Insel Bali 202 Menschen bei einer Explosion vor einer Diskothek im Touristenort Kuta, mehr als 300 wurden verletzt. Traditionell folgt Indonesien einer moderaten Auslegung des Islam, allerdings gewinnen Extremisten an Gefolgschaft.

(I.Beryonev--DTZ)

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