Deutsche Tageszeitung - UN-Generalsekretär fordert internationale Einigkeit gegenüber Junta in Myanmar

UN-Generalsekretär fordert internationale Einigkeit gegenüber Junta in Myanmar


UN-Generalsekretär fordert internationale Einigkeit gegenüber Junta in Myanmar
UN-Generalsekretär fordert internationale Einigkeit gegenüber Junta in Myanmar / Foto: ©

Angesichts der brutalen Unterdrückung von Demonstranten in Myanmar hat UN-Generalsekretär António Guterres die internationale Gemeinschaft zu mehr Einigkeit gegenüber der Militärjunta aufgefordert. Der UN-Sicherheitsrat will am Mittwoch über die Lage in dem südostasiatischen Land beraten, wie aus diplomatischen Kreisen verlautete. China schloss sich den internationalen Bekundungen von Besorgnis an, während Russland ankündigte, seine Beziehungen zu Myanmar ausbauen zu wollen.

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"Es ist absolut inakzeptabel, Gewalt gegen Menschen von einem derartigen Ausmaß zu sehen, so viele tote Menschen", sagte der UN-Chef vor Journalisten. Er rief die internationale Gemeinschaft zu "mehr Engagement" auf, um Druck auf die Militärjunta auszuüben.

Der UN-Sicherheitsrat will sich sich am Mittwoch mit der jüngsten Gewalt gegen Demonstranten beschäftigen. Die Sitzung hinter verschlossenen Türen finde auf Antrag Großbritanniens statt, verlautete aus Diplomatenkreisen in New York. Dabei werde zu Beginn ein Bericht zur Lage in dem südostasiatischen Land von der UN-Sondergesandten Christine Schraner Burgener erwartet.

Auch China verurteilte am Montag das Vorgehen der Militärjunta. "Gewalt und blutige Zusammenstöße entsprechen nicht den Interessen irgendeiner Partei", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian. "Die Opfer sind die Bürger von Myanmar."

Russland kündigte indessen an, seine Beziehungen zu Myanmar ausbauen zu wollen. Moskau betonte jedoch, dies bedeute nicht, dass es die "tragischen Ereignisse" in Myanmar billige. "Wir sind sehr besorgt über die wachsende Zahl von zivilen Opfern," sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Russlands stellvertretender Verteidigungsminister Alexander Fomin und weitere hohe Beamte hatten am Wochenende an einer Militärparade in Myanmar teilgenommen.

Die USA setzten als Reaktion auf die Gewalt am Wochenende einen Handelspakt mit Myanmar aus und verurteilten das Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung "aufs Schärfste". Die Regierung von US-Präsident Joe Biden kündigte die Aussetzung des Abkommens aus dem Jahr 2013 bis zur Wiederherstellung demokratischer Grundsätze in Myanmar an. Der Pakt gewährt zollfreien Zugang zu bestimmten Gütern aus Entwicklungsländern.

Soldaten und Polizisten hatten am Samstag, dem Tag der Armee in Myanmar, nach UN-Angaben mindestens 107 Menschen getötet - darunter sieben Kinder. Örtliche Medien berichteten von 114 Toten. Es war der bislang blutigste Tag der Proteste gegen die Militärherrschaft in Myanmar seit Anfang Februar.

Weitere 13 Menschen wurden nach Angaben der myanmarischen Menschenrechtsorganisation AAAP am Sonntag getötet. Demnach stieg die Zahl der seit Beginn der Proteste getöteten Demonstranten auf 459.

Trotz internationaler Sanktionen hat die Junta bisher kein Einlenken gezeigt. Eine unabhängige Berichterstattung über die Proteste versucht die Junta durch Einschüchterung und Medienschließungen zu verhindern. Am Montag wurden erneut zwei Journalisten festgenommen.

(P.Tomczyk--DTZ)

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