Deutsche Tageszeitung - Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Verschwörung unter Hausarrest

Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Verschwörung unter Hausarrest


Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Verschwörung unter Hausarrest
Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Verschwörung unter Hausarrest / Foto: ©

Nach Berichten über ein großangelegtes Komplott zum Sturz des jordanischen Königs Abdullah II. ist dessen Halbbruder Hamsa bin Hussein unter Hausarrest gestellt worden. Der frühere Kronprinz dementierte am Samstag in einem von der BBC veröffentlichten Video, in eine Verschwörung verwickelt zu sein. Die Armee rief ihn auf, alle Aktivitäten zu unterlassen, die der Sicherheit des Landes schaden könnten. Es gab mehrere Festnahmen.

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Er sei kein Teil eines Komplotts, betonte Hamsa in dem Video. Zugleich unterstrich er, "nicht verantwortlich" zu sein "für den Zusammenbruch der Regierungsführung, die Korruption und für die Inkompetenz" in der Führung des Landes.

Es sei nicht mehr möglich, eine Meinung zu äußern oder die Behörden zu kritisieren, "ohne eingeschüchtert, belästigt oder bedroht" zu werden, beklagte Hamsa. Die jordanischen Behörden seien der Ansicht, dass "ihre persönlichen und finanziellen Interessen und ihre Korruption wichtiger sind als das Leben, die Würde und die Zukunft der zehn Millionen Menschen, die hier leben". Das Land sei "in Korruption, Vetternwirtschaft und Misswirtschaft versunken".

Staatsmedien zufolge sollte es im Laufe des Sonntags eine offizielle Erklärung zu den Festnahmen geben. Die Zeitung "Al Rai" schrieb, die "Sicherheit und Stabilität" Jordaniens müssten eine "rote Linie" sein, der sich niemand auch nur "annähern" dürfe.

Hamsas Mutter, Königin Nur, bezeichnete ihren Sohn und die weiteren Festgenommenen am Sonntag als "Opfer einer boshaften Verleumdung". Sie bete dafür, dass "Wahrheit und Gerechtigeit obsiegen", schrieb sie bei Twitter.

Die US-Zeitung "Washington Post" hatte zuvor berichtet, Hamsa sei in seinem Palast in Amman "unter Restriktionen gestellt" worden. Dies sei im Zuge von Ermittlungen zu einem Komplott geschehen, das offenbar auf den Sturz von Abdullah II. abgezielt habe. Der Monarch hatte den Thron 1999 nach dem Tod seines Vaters König Hussein bestiegen. Zunächst hatte er entsprechend dem Wunsch seines Vaters Hamsa zum Kronprinzen gemacht, dies aber 2004 widerrufen und seinem eigenen Sohn Hussein diesen Titel verliehen.

Palastvertreter hätten die Verschwörung als "komplex und weitreichend" beschrieben, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf hochrangige Geheimdienstvertreter aus dem Nahen Osten. An ihr seien mindestens ein weiteres Mitglied des jordanischen Königshauses sowie Stammesführer und Vertreter der Sicherheitsbehörden beteiligt gewesen.

Auf im Internet veröffentlichten Videos war ein großes Polizeiaufgebot in der Nähe des Königspalastes in Amman zu sehen. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Petra wurden "aus Sicherheitsgründen" unter anderem Ex-Finanzminister Bassem Awdallah, früher ein enger Vertrauter des Königs und von 2007 bis 2008 Chef des königlichen Gerichts, festgenommen sowie Scherif Hassan ben Said. Der Titel Scherif weist darauf hin, dass es sich um eine dem Königshaus nahestehende Person handelt.

Jordaniens Generalstabschef Jussef Huneiti dementierte, dass Hamsa unter den Festgenommenen sei. Entsprechende Berichte seien "nicht wahr", erklärte er. Hamsa sei aber aufgefordert worden, "Aktivitäten zu unterlassen, die genutzt werden könnten, um der Stabilität und der Sicherheit des Königreichs zu schaden". Es laufe eine Untersuchung, erklärte Huneiti weiter. "Niemand steht über dem Gesetz", betonte der Generalstabschef.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate betonten ihre volle Unterstützung für König Abdullah II. und Kronprinz Hussein. Solidarisch mit der Führung in Amman äußerten sich auch der Golfkooperationsrat und die Arabische Liga.

Auch der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, versicherte Abdullah die "volle Unterstützung". Er sei "ein wichtiger Partner der Vereinigten Staaten". Washington verfolge die Geschehnisse in Jordanien weiterhin "genau".

Der Hausarrest des Prinzen und die Festnahmen kommen nur wenige Tage vor der 100-Jahr-Feier des Königreichs. Am 11. April 1921 hatte der damalige König Abdullah seine erste Regierung gebildet.

(I.Beryonev--DTZ)

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