Deutsche Tageszeitung - USA wollen mit Partnern über möglichen Boykott von Olympia in Peking beraten

USA wollen mit Partnern über möglichen Boykott von Olympia in Peking beraten


USA wollen mit Partnern über möglichen Boykott von Olympia in Peking beraten
USA wollen mit Partnern über möglichen Boykott von Olympia in Peking beraten / Foto: ©

Die USA wollen mit ihren Verbündeten über einen möglichen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking beraten. "Das ist etwas, worüber wir uns auf jeden Fall Gespräche wünschen", sagte US-Außenamtssprecher Ned Price am Dienstag. Zuletzt hatten die Forderungen von Aktivisten und der republikanischen Opposition zugenommen, die Winterspiele 2022 in Peking unter anderem wegen der Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Provinz Xinjiang zu boykottieren.

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Price betonte am Dienstag im Online-Dienst Twitter, Washington habe "keine Ankündigung in Bezug auf Olympia in Peking" zu machen. Die Regierung werde aber "weiterhin eng mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um unsere gemeinsamen Sorgen zu definieren und eine gemeinsame Herangehensweise" an die Olympischen Spiele in Peking zu finden.

Eine US-Reaktion auf die "ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen Pekings, einschließlich des Genozids im Fall von Xinjiang" sei "bedeutsam", erklärte Price. Eine Reaktion, die "unsere Verbündeten und Partner mitnimmt", habe jedoch "den größeren Einfluss auf Peking". Ein "koordinierter Ansatz" sei nicht nur im US-Interesse, sondern auch im Interesse verbündeter Staaten.

Zu den Verfechtern eines Olympia-Boykotts zählen der frühere US-Außenminister Mike Pompeo und andere Republikaner. Sie verweisen auf gravierende Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Behörden in Xinjiang. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind in der nordwestchinesischen Provinz mindestens eine Million Angehörige Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in Haftlagern eingesperrt. Dort werden sie den Angaben zufolge zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Peking weist die Vorwürfe zurück und spricht von Ausbildungs- und Arbeitsprogrammen, die Extremismus in der Region bekämpfen sollen.

Im Jahr 1980 hatten die USA schon einmal einen internationalen Olympia-Boykott angeführt: Mit ihrem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau protestierten die US-Regierung und ihre Verbündeten damals gegen den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan. Vier Jahre später boykottierte die Sowjetunion die Sommerspiele in Los Angeles.

(M.Dylatov--DTZ)

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