Deutsche Tageszeitung - Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich zu

Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich zu


Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich zu
Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich zu / Foto: ©

Die Kämpfe zwischen der Armee und den Huthi-Rebellen im Jemen um die strategisch wichtige Region Marib spitzen sich weiter zu. Wie am Samstag aus Armeekreisen verlautete, wurden binnen 24 Stunden 53 weitere Kämpfer auf beiden Seiten getötet. Die jüngsten Gefechte konzentrierten sich demnach auf die Fronten im Nordwesten der Stadt Marib.

Textgröße ändern:

Den Angaben zufolge waren unter den Toten 22 Soldaten der Armee und 31 Rebellen. Den Huthis sei die Eroberung eines kleinen Gebiets gelungen, hieß es weiter. Die Regionalhauptstadt Marib selbst sei jedoch nicht bedroht.

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition führte den Angaben zufolge Luftangriffe gegen die Rebellen aus. Dies habe die Huthis jedoch nicht davon abgehalten, ihre Offensive auf Marib fortzusetzen.

Das ölreiche Marib ist die letzte Hochburg der jemenitischen Regierung im von den Huthi-Rebellen kontrollierten nördlichen Teil des Landes. Seit Februar versuchen die Rebellen, Marib einzunehmen. In den vergangenen Wochen verstärkten die Huthi-Rebellen auch ihre Raketen- und Drohnenangriffe gegen Saudi-Arabien. Eine von Riad vorgeschlagene Waffenruhe lehnten die Rebellen ab.

Eine Niederlage der jemenitischen Regierungstruppen im Kampf um Marib würde einen schweren Rückschlag für die Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi bedeuten. Auch die humanitäre Krise im Jemen könnte sich dadurch noch verschärfen. In der Marib umgebenden Wüste leben bereits hunderttausende Binnenvertriebene unter katastrophalen Bedingungen.

Im Jemen herrscht seit fast sechs Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Die Vereinten Nationen stufen die Lage im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt ein.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Papst fordert humanitäre Korridore im Sudan

Papst Leo XIV. hat die Einrichtung humanitärer Korridore für Zivilisten im Bürgerkrieg im Sudan gefordert. "Mit Sorge verfolge ich weiter die tragische Situation im Sudan, vor allem in der Stadt Al-Obeid", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag. In der Stadt hatte es in den vergangenen Wochen heftige Drohnenangriffe gegeben. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat angesichts einer sich abzeichnenden "Katastrophe" dort eine "rote Alarmstufe" ausgerufen.

Iran bekräftigt harte Haltung in Streit um Straße von Hormus

Der Iran hat seine harte Haltung im Streit um die Straße von Hormus bekräftigt. Die Blockade der strategisch wichtigen Meerenge werde so lange fortgesetzt, "bis der Feind alle unsere Bedingungen erfüllt", sagte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebi, am Sonntag nach Angaben des Staatsfernsehens. "Die Meerenge ist für uns derzeit ein Kriegsschauplatz und nicht nur eine Wasserstraße."

Iran stellt harte Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus

Inmitten der diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs hat Teheran harte Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus gestellt. Außenminister Abbas Araghtschi forderte am Samstag unter anderem "Entschädigungen" für Verstöße der USA gegen das im Juni besiegelte Rahmenabkommen zwischen Teheran und Washington. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Solghadr, legte eine ganze Liste an Bedingungen für ein Ende der Blockade der strategisch wichtigen Meerenge vor.

Zwei Bombenanschläge in Kolumbien an erstem Tag im Amt des neuen Präsidenten Espriella

In Kolumbien sind am ersten Tag im Amt des neuen rechtsgerichteten Präsidenten Abelardo de la Espriella zwei Bombenanschläge verübt worden. Bei den Anschlägen in verschiedenen Teilen des Landes wurde am Samstag mindestens ein Polizist getötet, wie die Armee mitteilte. Weitere Menschen seien verletzt worden.

Textgröße ändern: