Deutsche Tageszeitung - Junta-Gegner in Myanmar versprühen symbolische rote Farbe

Junta-Gegner in Myanmar versprühen symbolische rote Farbe


Junta-Gegner in Myanmar versprühen symbolische rote Farbe
Junta-Gegner in Myanmar versprühen symbolische rote Farbe / Foto: ©

Mit dem symbolischen Versprühen von roter Farbe zum Neujahrsfest haben Demonstranten in Myanmar das brutale Vorgehen der Militärjunta gegen die Protestbewegung angeprangert. In Städten im ganzen Land sprühten und klecksten Gegner der Armee am Mittwoch diese Farbe auf Bürgersteige und Bushaltestellen, um auf das seit dem Putsch von Anfang Februar andauernde Blutvergießen hinzuweisen.

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In der Großstadt Mandalay waren inmitten der roten Farbe Schilder mit Aufschriften wie "Hoffe, unsere Militärdiktatur scheitert" oder "Blut ist auf den Straßen nicht getrocknet" zu sehen. Ein Protestteilnehmer in der Wirtschaftsmetropole Yangon sagte der Nachrichtenagentur AFP, mit dem Verteilen der roten Farbe werde der "Märtyrer" gedacht, "die im Kampf für die Demokratie gestorben sind".

In dem südostasiatischen Land wird in dieser Woche das Neujahrsfest Thingyan begangen. Ein Teil der üblichen Festivitäten wie öffentliche Wasserschlachten wurde jedoch angesichts der dramatischen politischen Lage abgesagt.

Seit dem Militärputsch wurden bei den Protesten nach Angaben der Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) mindestens 710 Zivilisten getötet, darunter 50 Kinder. UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet warnte am Dienstag, dass die Lage in Myanmar zu einem Bürgerkrieg wie in Syrien eskalieren könnte.

Im nördlichen myanmarischen Bundesstaat Shan exekutierte unterdessen eine bewaffnete Rebellengruppe einen Mann, der ein fünfjähriges Mädchen vergewaltigt und ermordet haben soll und kurz vor diesem Verbrechen von der Militärjunta aus dem Gefängnis entlassen worden war.

Ein Gericht der Rebellenbewegung Ta’ang National Liberation Army (TNLA) hatte den Mann im März zum Tode verurteilt, wie ein TNLA-Sprecher mitteilte. Das Verbrechen an dem Mädchen habe der Mann kurz nach seiner Freilassung durch die Junta und seiner Rückkehr in sein Heimatdorf begangen.

Der Mann hatte eine siebenjährige Haftstrafe wegen Raubes und Beihilfe zum Mord verbüßt, bevor er von der Junta Mitte Februar vorzeitig entlassen worden war. Die Junta hatte im Februar insgesamt mehr als 23.000 Gefängnisinsassen auf freien Fuß gesetzt.

Das offizielle Justizwesen des Landes hat seit 1988 keine Todesurteile mehr vollstreckt. In einigen von Rebellengruppen kontrollierten Gebieten gibt es jedoch eine Paralleljustiz. So war bereits im Dezember ein mutmaßlicher Kindesmörder und -vergewaltiger im Bundesstaat Shan hingerichtet worden.

(V.Korablyov--DTZ)

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