Deutsche Tageszeitung - Ghani sagt Biden Mithilfe für "reibungslosen" US-Truppenabzug zu

Ghani sagt Biden Mithilfe für "reibungslosen" US-Truppenabzug zu


Ghani sagt Biden Mithilfe für "reibungslosen" US-Truppenabzug zu
Ghani sagt Biden Mithilfe für "reibungslosen" US-Truppenabzug zu / Foto: ©

Der afghanische Staatschef Aschraf Ghani hat US-Präsident Joe Biden die Mithilfe seiner Regierung für einen möglichst "reibungslosen" Abzug der US-Truppen aus dem Land zugesichert. Ghani telefonierte nach eigenen Angaben am Mittwoch mit Biden, nachdem die US-Regierung am Vortag den kompletten US-Truppenabzug aus Afghanistan bis September angekündigt hatte.

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"Die Islamische Republik Afghanistan respektiert die US-Entscheidung und wird mit ihren US-Partnern zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen", schrieb Ghani im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die afghanische Armee und Polizei aus eigener Kraft für die Sicherheit des Landes sorgen könnten: "Afghanistans stolze Sicherheits- und Verteidigungskräfte sind vollständig in der Lage, ihre Menschen und ihr Land zu verteidigen."

Biden wollte den bis zum kommenden 11. September - dem 20. Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington - geplanten Afghanistan-Abzug später am Mittwoch in einer Ansprache erläutern. "Es ist Zeit, Amerikas längsten Krieg zu beenden", hieß es in vorab veröffentlichten Auszügen aus dem Redetext des US-Präsidenten.

Die US-Armee war nach den Anschlägen des 11. September 2001 in Afghanistan einmarschiert und hatte die radikalislamischen Taliban, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida Unterschlupf geboten hatten, von der Macht verdrängt. Bidens Vorgänger Donald Trump sagte dann im vergangenen Jahr als Ergebnis von Verhandlungen mit den Taliban einen Truppenabzug bis zum 1. Mai zu. Biden verschob diese Frist nun um knapp viereinhalb Monate.

Kritiker befürchten allerdings ein neues Aufflammen des Bürgerkriegs nach einem Abzug der westlichen Truppen - und einen Sturz der afghanischen Regierung durch die Taliban. Biden versprach der Regierung in Kabul am Mittwoch weitere Unterstützung unter anderem für die Sicherheitskräfte des Landes.

Zuletzt befanden sich nach offiziellen Angaben noch 2500 US-Soldaten in Afghanistan. Insgesamt ist die Nato mit rund 9600 Soldaten in dem Land, darunter sind rund 1100 Bundeswehrsoldaten. Die Abzugspläne waren am Mittwoch auch Thema einer Nato-Sondertagung.

(W.Novokshonov--DTZ)

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