Deutsche Tageszeitung - China bestellt wegen Entsorgung von Fukushima-Wasser japanischen Botschafter ein

China bestellt wegen Entsorgung von Fukushima-Wasser japanischen Botschafter ein


China bestellt wegen Entsorgung von Fukushima-Wasser japanischen Botschafter ein
China bestellt wegen Entsorgung von Fukushima-Wasser japanischen Botschafter ein / Foto: ©

China hat aus Protest gegen Tokios Plan zur Einleitung von aufbereitetem Wasser aus dem Unglücksreaktor Fukushima ins Meer den japanischen Botschafter einbestellt. Peking sieht in der Entsorgung von mehr als einer Million Tonnen des Wassers eine "mutmaßliche Verletzung internationalen Rechts", wie das chinesische Außenministerium am Donnerstag mitteilte. Japan solle mit der Freisetzung des Wassers warten, bis eine "Einigung mit Betroffenen und internationalen Organisationen" gefunden sei.

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Die japanische Regierung hatte diese Woche beschlossen, trotz der Proteste von Umweltschützern, Fischern und Nachbarländern mehr als eine Million Tonnen aufbereitetes Wasser im Meer zu entsorgen, das unter anderem zur Kühlung der Atomanlage nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im Jahr 2011 verwendet worden war. Die Maßnahme soll voraussichtlich in zwei Jahren beginnen und dürfte Jahrzehnte dauern. Aktuell werden rund 1,25 Millionen Tonnen Wasser auf dem Gelände der Atomanlage von Fukushima in mehr als tausend Tanks gelagert. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco sind die Lagerkapazitäten ab Herbst 2022 ausgeschöpft.

Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima war kurz nach einem schweren Erdbeben am 11. März 2011 von einer fast 15 Meter hohen Tsunami-Wasserwand getroffen worden. Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Die Katastrophe verwandelte umliegende Orte in Geisterstädte. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

(M.Dylatov--DTZ)

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