Deutsche Tageszeitung - USA wollen nach Afghanistan-Abzug neue Truppen in Region stationieren

USA wollen nach Afghanistan-Abzug neue Truppen in Region stationieren


USA wollen nach Afghanistan-Abzug neue Truppen in Region stationieren
USA wollen nach Afghanistan-Abzug neue Truppen in Region stationieren / Foto: ©

Die USA wollen wegen des geplanten vollständigen Truppenabzugs aus Afghanistan Soldaten in anderen Ländern der Region stationieren. Der Chef des US-Militärkommandos Centcom, General Kenneth McKenzie, sagte am Dienstag vor dem Kongress, die USA wollten auch nach dem für die kommenden Monate geplanten Abzug ihre "Anti-Terrorismus-Einsätze" in der Region fortsetzen. "Wir wollen damit sicherstellen, dass gewalttätige extremistische Organisationen im Hinterland Afghanistans (...) unter ständiger Überwachung und ständigem Druck bleiben."

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Potenzielle Angriffsziele müssten ausfindig gemacht und zerstört werden, führte der General aus. Nach einem Abzug aus Afghanistan würden die USA aber über weniger dafür notwendige Geheimdienstinformationen verfügen. Der Anti-Terror-Kampf werde dadurch nicht "unmöglich", aber "schwieriger" - deswegen sollten Einheiten in der Region um Afghanistan stationiert werden.

"Wir werden uns alle Länder in der Region anschauen, unsere Diplomaten werden mit ihnen Kontakt aufnehmen, und wir werden über Orte sprechen, an denen wir diese Ressourcen stationieren können", sagte McKenzie. Er wolle Verteidigungsminister Lloyd Austin bis Monatsende Alternativen vorstellen.

US-Präsident Joe Biden hatte vergangene Woche einen vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan bis spätestens zum 11. September angekündigt. Das ist der 20. Jahrestag der Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center, in deren Folge die USA in Afghanistan einmarschiert waren. Gemeinsam mit den USA werden auch die Nato-Partner Afghanistan verlassen, unter ihnen die Bundeswehr.

Kritiker warnen vor einer Ausbreitung des Terrornetzwerks Al-Kaida und der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan nach einem Abzug der westlichen Truppen - insbesondere, wenn die radikalislamischen Taliban die Regierung in Kabul stürzen sollten.

Die Taliban hatten in einem Abkommen mit den USA im vergangenen Jahr zwar zugesagt, sie würden nicht zulassen, dass Afghanistan wieder Ausgangspunkt von Anschlägen gegen die USA werde. Im Westen herrscht aber große Skepsis, dass solche Zusicherungen eingehalten werden.

(A.Nikiforov--DTZ)

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