Deutsche Tageszeitung - US-Repräsentantenhaus stimmt erneut für Bundesstaats-Rang für Washington

US-Repräsentantenhaus stimmt erneut für Bundesstaats-Rang für Washington


US-Repräsentantenhaus stimmt erneut für Bundesstaats-Rang für Washington
US-Repräsentantenhaus stimmt erneut für Bundesstaats-Rang für Washington / Foto: ©

Das US-Repräsentantenhaus hat erneut dafür gestimmt, der Hauptstadt Washington den Rang eines Bundesstaats zu geben. Die von den Demokraten kontrollierte Kongresskammer votierte am Donnerstag mit knapper Mehrheit für einen Gesetzentwurf, der aus dem Bundesbezirk Washington, DC den 51. Bundesstaat der USA machen würde. Die Erfolgschancen des Vorhabens im Senat sind allerdings höchst ungewiss: Die konservativen Republikaner sind strikt gegen die Gründung eines neuen Bundesstaates.

Textgröße ändern:

Über den Status von Washington, DC - das DC steht für District of Columbia - gibt es schon seit langem immer wieder Streit. Der Bundesdistrikt ist kein Bundesstaat und gehört auch keinem Bundesstaat an. Die mehr als 700.000 Einwohner der Hauptstadt dürfen deswegen keine Senatoren und keine stimmberechtigten Abgeordneten in den US-Kongress wählen. Sie entsenden lediglich einen Abgeordneten mit Beobachterstatus.

Dagegen sind alle anderen Bundesstaaten mit jeweils zwei Senatoren und - abhängig von ihrer Bevölkerungsgröße - einer bestimmten Zahl von Abgeordneten des Repräsentantenhauses im US-Kongress vertreten. Viele kritisieren das derzeitige System für die Bewohner von Washington deswegen als undemokratisch. "Es geht um Demokratie", erklärte der demokratische Senats-Mehrheitsführer Chuck Schumer am Donnerstag. "Es geht um das Wahlrecht."

Hinter der Debatte stehen aber auch parteipolitische Motive: Die Hauptstadt ist eine Bastion der Demokraten. Bekäme Washington Senatssitze und Abgeordnetenmandate zugesprochen, würde das den Demokraten einen entscheidenden Vorteil verschaffen und den Republikanern schaden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Repräsentantenhaus für die Bundesstaats-Initiative gestimmt. Angesichts der damaligen republikanischen Mehrheit im Senat versandete das Vorhaben aber.

Seit diesem Jahr haben die Demokraten eine hauchdünne Mehrheit im Oberhaus, was den Hoffnungen auf einen Bundesstaats-Statut für Washington neuen Auftrieb gegeben hat. Allerdings bräuchte die Partei von Präsident Joe Biden die Stimmen von mindestens zehn republikanischen Senatoren, um mögliche Blockadetaktiken zu umgehen. Derzeit sieht es nicht danach aus, als würden Republikaner sich hinter das Vorhaben stellen.

Im Senat mit seinen 100 Mitgliedern herrschen häufig sehr knappe Mehrheitsverhältnisse - zwei Senatssitze mehr oder weniger können deswegen enorm viel ausmachen. Die Republikaner von Ex-Präsident Donald Trump hoffen, bei den nächsten Parlamentswahlen im Herbst 2022 die Mehrheit in einer oder beiden Kongresskammern zurückerobern zu können.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Sambier wählen neuen Präsidenten

In Sambia wird am Donnerstag ein neuer Präsident gewählt. Als Favorit gilt Amtsinhaber Hakainde Hichilema. Der 64-Jährige, der in seiner ersten Amtszeit eine Reihe von Wirtschaftsreformen in dem südafrikanischen Land durchgesetzt hat, strebt ein zweites und letztes Mandat an. Die rund 8,7 Millionen Wahlberechtigten sind außerdem zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Die Wahllokale sind von 06.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

Rechtspopulist Farage bei Nachwahl in Großbritannien Favorit gegen Spaßkandidaten

Der nach Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen von seinem Abgeordnetenmandat zurückgetretene britische Rechtspopulist Nigel Farage geht am Donnerstag als klarer Favorit in eine von ihm angestrebte Nachwahl. Er tritt bei der Nachwahl in Clacton-on-Sea in Südostengland gegen mehrere unabhängige Kandidaten und Spaßkandidaten an.

"Eine meiner engsten Vertrauten": Trumps Sprecherin Karoline Leavitt tritt zurück

Die für ihre scharfen und bissigen Antworten auf Journalistenfragen bekannte US-Präsidentensprecherin Karoline Leavitt hat ihren Rücktritt angekündigt. Die 28-Jährige begründete dies am Mittwoch damit, dass sie sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes mehr auf die Familie konzentrieren wolle. Präsident Donald Trump würdigte Leavitt als "eine meiner engsten Vertrauten" und kündigte an, dass diese künftig als externe Beraterin für ihn arbeiten werde.

Ukraine will keine genauen Angaben mehr zu russischen Raketenangriffen machen

Inmitten zunehmender russischer Attacken hat die Ukraine entschieden, ab sofort keine genauen Angaben mehr zu russischen Raketenangriffen zu machen. Es würden "bestimmte Änderungen" bei den täglichen Morgenberichten eingeführt, erklärte am Mittwoch Luftwaffensprecher Jurij Ihnat im Onlinedienst Facebook. Unter anderem solle nicht mehr die Zahl der von Russland auf die Ukraine abgefeuerten Raketen genannt werden.

Textgröße ändern: