Deutsche Tageszeitung - Terrorverdacht nach tödlicher Messerattacke bei Paris

Terrorverdacht nach tödlicher Messerattacke bei Paris


Terrorverdacht nach tödlicher Messerattacke bei Paris
Terrorverdacht nach tödlicher Messerattacke bei Paris / Foto: ©

Bei einer mutmaßlich islamistisch motivierten Messerattacke in einem Kommissariat der französischen Kleinstadt Rambouillet bei Paris ist eine Polizeimitarbeiterin getötet worden. Der Täter, ein Tunesier, wurde seinerseits von Polizeischüssen getötet, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft zog die Ermittlungen an sich. Drei Menschen wurden im Rahmen der Untersuchung in Gewahrsam genommen.

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Der mit einem Messer bewaffnete Mann hatte die Verwaltungsbeamtin am frühen Nachmittag angegriffen, als sie aus ihrer Mittagspause in das Polizeirevier zurückkehrte. Laut Zeugenaussagen rief er dabei "Allahu Akbar" (Gott ist groß), wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlungskreisen erfuhr. Er verletzte die Frau mit Stichen schwer am Hals; kurze Zeit später erlag die Mutter zweier Kinder ihren schweren Verletzungen. Am Freitagabend gaben die Ermittler das Alter des Opfers mit 49 Jahren an, nachdem zunächst von einer 48-Jährigen die Rede gewesen war.

Der Angreifer wurde durch Schüsse eines Polizisten ebenfalls lebensgefährlich verletzt und starb. Nach Angaben aus Polizeikreisen handelt es sich um einen 36-jährigen Tunesier, der den Sicherheitsbehörden nicht wegen früherer Vergehen bekannt war. Er soll 2009 zunächst ohne Papiere nach Frankreich gekommen sein, seither aber eine Aufenthaltserlaubnis erlangt haben. Nach Rambouillet soll er erst kürzlich gezogen sein. Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard sagte, "Äußerungen des Angreifers" deuteten auf ein terroristisches Motiv hin.

Am Freitagabend hieß es aus Justizkreisen, dass im Rahmen der Ermittlungen drei Menschen festgenommen worden seien. Sie gehörten demnach zum Umfeld des Angreifers. Den Angaben zufolge durchsuchten Beamte auch die Wohnung des Angreifers in Rambouillet.

Präsident Macron verurteilte die Tat. Das Opfer, Stéphanie, sei "in ihrem Kommissariat in Rambouillet, im bereits gebeutelten Yvelines, getötet" worden, erklärte er auf Twitter.

Im Département Yvelines, in dem Rambouillet liegt, war im vergangenen Jahr der Lehrer Samuel Paty von einem Islamisten enthauptet worden, weil er Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt hatte. "Wir werden den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus niemals aufgeben", betonte Macron. Die "Nation" stehe an der Seite der Familie und der Kollegen des Opfers sowie an der Seite der Sicherheitskräfte.

Zuvor hatte bereits der französische Regierungschef Jean Castex die "barbarische Tat" verurteilt. Gemeinsam mit Innenminister Gérald Darmanin reiste er unverzüglich zum Tatort. Darmanin kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen vor Polizeiwachen landesweit zu erhöhen.

Die Präsidentin der Pariser Großraumregion Ile de France, Valérie Pécresse, sagte dem Fernsehsender BFM-TV, es gebe weiter eine "starke Bedrohung" gegen Polizisten in Frankreich. Polizisten und Soldaten waren in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel islamistischer Angriffe. Die Polizeigewerkschaft Alliance schrieb auf Twitter: "Erneut hat der Horror die Ordnungskräfte getroffen."

Die rund 26.000 Einwohner zählende Gemeinde Rambouillet ist vor allem durch ihr Schloss aus dem 14. Jahrhundert bekannt. Auf Schloss Rambouillet hatten sich 1960 der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Präsident Charles de Gaulle auf einen deutsch-französischen Vertrag geeinigt. Im Jahr 1999 fanden dort Friedensverhandlungen im Kosovo-Konflikt statt, die allerdings scheiterten.

(I.Beryonev--DTZ)

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