Deutsche Tageszeitung - Kassenärzte-Chef plädiert für schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung

Kassenärzte-Chef plädiert für schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung


Kassenärzte-Chef plädiert für schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung
Kassenärzte-Chef plädiert für schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung / Foto: ©

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat sich für eine schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung ausgesprochen. So wichtig diese zu Beginn der Impfkampagne gewesen sei, "so wichtig ist es jetzt, die Breite der Bevölkerung sehr schnell zu impfen", sagte Gassen der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Herdenimmunität bekommen wir nur, wenn wir nicht nur Alte und Hochbetagte impfen, sondern vor allem die Menschen mit vielen Kontakten."

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Um einen Effekt wie in Israel, den USA oder dem Vereinigten Königreich zu erreichen, müsse mehrheitlich die arbeitende Bevölkerung mit ihren Angehörigen geimpft werden, forderte Gassen. Dafür müsse die Priorisierung fallen.

Einen exakten Zeitpunkt dafür zu benennen, sei wegen der Impfstofflieferungen schwierig. "Natürlich wird nicht jeder bis Juni ein Impfangebot erhalten können, allein aus organisatorischen Zwängen", sagte Gassen. Aber die Kollegen müssten möglichst schnell mehr Beinfreiheit und Rechtssicherheit beim Impfen bekommen, betonte Gassen. Jeder Geimpfte sei ein Gewinn für die Gesellschaft.

"Viele Rückschläge können wir uns in der Bekämpfung der Pandemie auch nicht mehr leisten", sagte der Mediziner. Die Bevölkerung sei "mental ziemlich am Ende". In den Arztpraxen spielten sich "teils dramatische Szenen ab".

Bund und Länder beraten am Montagnachmittag bei einem Spitzengespräch über den Stand des Corona-Impfprogramms. Im Mittelpunkt des Impfgipfels werden Überlegungen des Bundes stehen, Menschen mit vollem Impfschutz Erleichterungen in der Pandemie zu gewähren. Sie sollen bestimmte Möglichkeiten erhalten - etwa unter den gleichen Bedingungen wie Getestete einkaufen zu gehen.

Weiteres Thema der Beratungen, an denen neben Vertretern der Bundesregierung auch die 16 Länderregierungschefs teilnehmen sollen, ist die geplante Aufhebung der Impfpriorisierung. Der Bund strebt die Freigabe für Juni an, Ärztevertreter verlangen dies für einen früheren Zeitpunkt. Zudem wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über den Stand der Impfkampagne informieren.

(P.Tomczyk--DTZ)

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