Deutsche Tageszeitung - Schulze: Tschernobyl zeigt unbeherrschbare Risiken der Atomkraft

Schulze: Tschernobyl zeigt unbeherrschbare Risiken der Atomkraft


Schulze: Tschernobyl zeigt unbeherrschbare Risiken der Atomkraft
Schulze: Tschernobyl zeigt unbeherrschbare Risiken der Atomkraft / Foto: ©

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum Anlass genommen, ihre Ablehnung der Atomkraft zu unterstreichen. "Tschernobyl ist ein tragischer Beleg für alles, was gegen die Atomkraft spricht: Diese Technik ist unverzeihlich gegenüber menschlichen Fehlern, ihre Risiken sind unbeherrschbar, ihre Folgen weitreichend", erklärte Schulze am Montag.

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Atomkraft sei "alles andere als nachhaltig", betonte die Ministerin. Die erneuerbaren Energien seien wesentlich günstiger und zugleich sicher und nachhaltig. "Die Atomkraft darf deshalb keine weitere EU-Förderung erhalten - das ist meine Position und die der gesamten Bundesregierung", unterstrich Schulze.

Ihren Handlungsauftrag beschrieb die Ministerin so: "Atomausstieg in Deutschland konsequent vollenden, Atomrisiken in Europa reduzieren, die nukleare Sicherheit weltweit erhöhen". Aus Tschernobyl zu lernen, bedeute, den Atomausstieg zum Abschluss zu bringen.

Schulze drückte zugleich den Opfern der Atomkatastrophe ihr Mitgefühl aus. Am 26. April 1986 war ein Sicherheitstest im Atomkraftwerk Tschernobyl hundert Kilometer nördlich von Kiew außer Kontrolle geraten, woraufhin es in Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks zu einer Kernschmelze kam. Es dauerte zehn Tage, bis die brennende Ruine gelöscht war. Durch das Unglück wurden große Mengen Radioaktivität freigesetzt, die weite Gebiete der damaligen Sowjetunion und Europas verstrahlten.

Schulze wies darauf hin, dass die Bergung und Entsorgung von Kernschmelze und anderen radioaktiven Abfällen in Tschernobyl noch angegangen werden müsse. "Dreieinhalb Jahrzehnte nach der Atomkatastrophe steht die Ukraine damit am Beginn der zweiten Mammutaufgabe", erklärte sie. "Das Bundesumweltministerium ist gerne bereit, die Ukraine dabei weiterhin mit seiner Expertise zu unterstützen."

(W.Novokshonov--DTZ)

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