Deutsche Tageszeitung - "Arzt der Armen" in Venezuela seliggesprochen

"Arzt der Armen" in Venezuela seliggesprochen


"Arzt der Armen" in Venezuela seliggesprochen
"Arzt der Armen" in Venezuela seliggesprochen / Foto: ©

Der als "Arzt der Armen" bekannt gewordene José Gregorio Hernández ist mehr als einhundert Jahre nach seinem Tod in Venezuela seliggesprochen worden. Die Zeremonie am Freitag fand wegen der Corona-Pandemie in verkleinerter Form statt. Hernández hatte sich während der als Spanische Grippe bekannt gewordenen Pandemie einen Namen gemacht, weil er die Ärmsten der Gesellschaft umsonst behandelte.

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Papst Franziskus hatte die Seligsprechung von Hernández bereits im vergangenen Juli unterzeichnet, nachdem die Kirche ein "Wunder" anerkannte, das dem verstorbenen Bakteriologen zugeschrieben wird. 2017 war die zehnjährige Yaxury Solorzano in den Kopf geschossen worden. Das Mädchen erholte sich, obwohl Ärzte davon ausgingen, dass sie bleibende Hirnschäden davontragen würde, falls sie überhaupt überleben sollte. Ihre Mutter gab an, zuvor zu Hernández gebetet zu haben.

Bei der Zeremonie waren neben Solorzano und ihrer Familie auch Angehörige des Arztes zugegen. Entgegen der Bitte der Organisatoren, die Zeremonie von Zuhause zu verfolgen, versammelten sich einige hundert Gläubige vor einer Kirche im Stadtviertel La Candelaria, wo Hernández sterbliche Überreste lagen, bis sie im vergangenen Jahr für die Seligsprechung exhumiert wurden.

Der als "Arzt der Armen" bekannt gewordene Mediziner wurde 1864 geboren und studierte in Paris, Madrid und New York. Er starb 1919 in Caracas, nachdem er von einem Auto angefahren wurde. Anlässlich der Seligsprechung schmückten Menschen die Straßenecke, wo sich der Unfall ereignet hatte, mit Blumen und venezolanischen Flaggen.

Papst Franziskus nutzte die Gelegenheit für eine Mahnung an die Venezolaner, die Seligsprechung als einen Moment der nationalen Einheit zu sehen, "versammelt um die Figur des Volksarztes".

Das südamerikanische Land mit rund 30 Millionen Einwohnern kämpft seit März mit einem erneuten Anstieg der Coronafälle. Zudem sind angesichts einer lähmenden wirtschaftlichen und humanitären Krise laut UN-Angaben seit 2015 rund 5,4 Millionen Menschen aus dem Land geflohen.

(I.Beryonev--DTZ)

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