Deutsche Tageszeitung - USA beginnen mit Zusammenführung getrennter Migrantenfamilien

USA beginnen mit Zusammenführung getrennter Migrantenfamilien


USA beginnen mit Zusammenführung getrennter Migrantenfamilien
USA beginnen mit Zusammenführung getrennter Migrantenfamilien / Foto: ©

Die US-Behörden beginnen diese Woche mit der Zusammenführung von Migrantenfamilien, die in der Amtszeit von Präsident Donald Trump getrennt worden waren. Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas sprach am Montag von zunächst "vier Müttern, die nach so vielen Jahren ihre Kinder wieder umarmen werden".

Textgröße ändern:

"Sie sind Mütter, die aus extrem gefährlichen Situationen in ihren Heimatländern geflohen sind und die in einem gefährlichen Umfeld in Mexiko geblieben sind", schrieb der aus Kuba stammende Minister im Kurzbotschaftendienst Twitter. Einige der Kinder seien zum Zeitpunkt der Trennung erst drei Jahre alt gewesen.

Trump hatte im Kampf gegen illegale Einwanderung auf eine harte Linie gesetzt. Im Zuge einer Politik der "Null Toleranz" wurden 2018 hunderte an der Grenze aufgegriffene Kinder von ihren Eltern getrennt. Während die Minderjährigen in gesonderte Unterkünfte gebracht wurden, kamen ihre Eltern in Haft und wurden in vielen Fällen abgeschoben.

Nach einem Aufschrei der Empörung wurde die Praxis wieder beendet, ein Richter ordnete die Zusammenführung der Familien an. Allerdings konnten zunächst die Eltern von hunderten Minderjährigen nicht aufgefunden werden. Nach seinem Amtsantritt im Januar gründete Trumps Nachfolger Joe Biden eine Arbeitsgruppe, um Migrantenfamilien wieder zusammenzuführen.

"Heute ist nur der Anfang", erklärte Heimatschutzminister Mayorkas am Montag. "Wir bringen die erste Gruppe von Familien wieder zusammen, und viele weitere werden folgen. Wir erkennen die Notwendigkeit an, diesen Familien die Stabilität und die Mittel zu bieten, die sie für eine Heilung benötigen."

Biden hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt eine Abkehr vom harten Kurs seines Vorgängers eingeleitet und eine humanere Migrationspolitik angekündigt. Allerdings hat sich die Lage an der Grenze zu Mexiko zuletzt verschärft: Die Zahl der ankommenden Migranten vor allem aus Mittelamerika ist deutlich angestiegen, im März wurden an der Grenze so viele Menschen festgenommen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die US-Behörden sind mit der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen überfordert.

Die oppositionellen Republikaner werfen Biden vor, Bewohner ärmerer Länder ermutigt zu haben, sich auf den Weg in die USA zu machen - und Migranten unkontrolliert ins Land zu lassen.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Russischer Außenminister Lawrow: Hatte "angenehmes" Gespräch mit Rubio in Atlanta

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte nach eigenen Worten ein "angenehmes" Gespräch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio am Rande des G20-Außenministertreffens in den Vereinigten Staaten. "Wir haben ein angenehmes Gespräch geführt, wenn auch ein kurzes, weil er aus verständlichen Gründen als Gastgeber viele Pflichten hat", sagte Lawrow am Freitag vor Journalisten. Rubio hatte Lawrow zu dem Treffen in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia eingeladen.

EU-Außenbeauftragte Kallas wirft Lawrow bei G20-Treffen "Lügen" über Ukraine vor

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat dem russischen Außenminister Sergej Lawrow beim G20-Außenministertreffen in den USA vorgeworfen, dort Lügen über den Ukraine-Krieg verbreitet zu haben. "Natürlich hat er viele Lügen, viele falsche Darstellungen vorgebracht, die wir anschließend widerlegen konnten", sagte Kallas am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Lawrow habe keine Bereitschaft Moskaus zu Friedensverhandlungen erkennen lassen.

US-Regierung gibt grünes Licht für Verkauf von 500 Patriot-Raketen an die Ukraine

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat nach Angaben des Außenministeriums in Washington grünes Licht für einen Verkauf von 500 Raketen des US-Flugabwehrsystems Patriot an die Ukraine gegeben. "Der vorgeschlagene Verkauf wird die Fähigkeit der Ukraine verbessern, aktuellen und zukünftigen Bedrohungen zu begegnen, indem er ihre integrierten Luft- und Raketenabwehrkapazitäten stärkt", erklärte das Außenministerium am Freitag.

47,9 Millionen Wähler: Neuer Rekord bei vorzeitiger Stimmabgabe für Midterms

Vier Tage vor den US-Kongresswahlen haben so viele Wahlberechtigte vorzeitig ihre Stimme abgegeben wie noch nie bei den sogenannten Midterms: Gut 47,9 Millionen Menschen nutzten bis Freitagmittag (Ortszeit) die Möglichkeit der Stimmabgabe vor der eigentlichen Wahl am Dienstag, wie Zahlen der Universität Florida zeigten. Damit wurde der bisherige Höchstwert für eine Zwischenwahl von rund 45,9 Millionen vorzeitig abgegebenen Stimmen von 2022 noch übertroffen.

Textgröße ändern: