Deutsche Tageszeitung - Mexikos Präsident weist Zusammenhang zwischen Sparkurs und U-Bahn-Unglück zurück

Mexikos Präsident weist Zusammenhang zwischen Sparkurs und U-Bahn-Unglück zurück


Mexikos Präsident weist Zusammenhang zwischen Sparkurs und U-Bahn-Unglück zurück
Mexikos Präsident weist Zusammenhang zwischen Sparkurs und U-Bahn-Unglück zurück / Foto: ©

Mexikos Präsident Andres Manuel López Obrador hat nach dem schweren U-Bahn-Unglück in Mexiko-Stadt jeden Zusammenhang mit dem Sparkurs seiner Regierung zurückgewiesen. "Das Budget für die Instandhaltung der U-Bahn ist ausreichend, (...) was hat das mit Sparmaßnahmen zu tun?", sagte der linksgerichtete Staatschef am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz.

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Der Arbeitgeberverband Coparmex hatte auf einen Zusammenhang zwischen dem Unglück mit 25 Toten und rund 80 Verletzten mit Kürzungen der öffentlichen Ausgaben hingewiesen. López Obrador warf dem Verband vor, Teil der konservativen Opposition zu sein.

Eine Untersuchung durch Mexikos Bundesanwaltschaft und die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt mit Hilfe der norwegischen Firma DNV könnte jedoch weitere unangenehme Fragen aufwerfen. Auch eine Gewerkschaft erhob Vorwürfe, dass eine frühere Warnung über den Zustand der Überführung ignoriert worden sei.

Zwei Tage nach dem Zusammenbruch einer zwölf Meter hohen Brücke der Linie 12 während der Überfahrt eines U-Bahn-Zugs beerdigten Angehörige die ersten Opfer. "Mein Vater ist tot und niemand kann ihn zurückbringen", sagte der 31-jährige Luis Adrián Hernández. "Ich habe keine Worte für meinen Schmerz."

Der Unfall, eines der weltweit schwersten U-Bahn-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte, könnte auch politische Folgen haben. Außenminister Marcelo Ebrard hatte die Linie 2012 als Bürgermeister eingeweiht. Auch die heutige Bürgermeisterin der Stadt, Claudia Sheinbaum, muss sich Fragen wegen möglicher Mängel bei der Instandhaltung gefallen lassen. Beide gehören der Partei des Präsidenten an und werden als aussichtsreichste Kandidaten bei Mexikos nächster Präsidentschaftswahl im Jahr 2024 gehandelt.

Die U-Bahn der mexikanischen Hauptstadt ist seit 1969 in Betrieb. Sie hat inzwischen zwölf Linien und befördert täglich rund 4,5 Millionen Menschen.

(M.Dylatov--DTZ)

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