Deutsche Tageszeitung - Kinder und Jugendliche sollen in Schulen und Arztpraxen geimpft werden

Kinder und Jugendliche sollen in Schulen und Arztpraxen geimpft werden


Kinder und Jugendliche sollen in Schulen und Arztpraxen geimpft werden
Kinder und Jugendliche sollen in Schulen und Arztpraxen geimpft werden / Foto: ©

Kinder über zwölf Jahren sollen schon bald in Schulen und von Hausärzten gegen das Coronavirus geimpft werden. "Je nachdem, ob man eine große oder eine kleine Schule hat, gibt es ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Mittwoch dem Sender RTL/ntv. Entsprechend könnten unterschiedliche Angebote gemacht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte, dass es auch für Schüler keinen Impfzwang geben werde.

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Für viele Eltern sei es wichtig, dabei zu sein, wenn ihre Kinder geimpft werden, sagte die Karliczek. "Von daher ist es dann vielleicht sogar einfacher, das beim Hausarzt zu machen." Spahn hatte angekündigt, dass bis zum Ende der Sommerferien den Zwölf- bis 18-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden soll. Er bekräftigte am Mittwoch, dass es eine "freiwillige Entscheidung" der Kinder und Eltern bleiben werde.

Nach Kanada und den USA könnte auch Europa noch in diesem Monat den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zulassen. Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) arbeitet an einer beschleunigten Zulassung für Zwölf- bis 15-Jährige.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zweifelte am Zeitplan für die Impfungen bei den Jüngsten. Verbandspräsident Thomas Fischbach sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Mittwoch, die Entscheidung der EU-Arzneimittelbehörde EMA zu den Impfstoffen für die 12- bis 16-Jährigen stehe noch aus - und dann müsse auch noch die Ständige Impfkommission zustimmen. "Deswegen halte ich die derzeit verkündeten Zeitpläne mit Terminen im Spätsommer für überambitioniert."

In einer Presserklärung betonte Fischbach zugleich: "Wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte stehen bereit. Wir wollen die Jugendlichen in unseren Praxen sobald wie möglich gegen Covid-19 impfen." Gleiches gelte zur gegebenen Zeit für die Kinder.

Die Ständige Impfkommission dämpfte Erwartungen an eine schnelle generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. "Wir wollen in jedem Fall die Daten zur Impfung von Kindern genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden kann", sagte der Vorsitzende Thomas Mertens der "Welt". "Das ist das richtige Vorgehen: Erst die Evidenz schaffen und dann empfehlen."

Im Moment gebe es noch keine detaillierten Daten der Impfstudie bei Kindern. "Derzeit diskutierte Argumente wie Urlaub können nicht die primären entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein", sagte Mertens. Wenn die Zulassung für Kinder von zwölf bis 15 Jahren erteilt sei, "dann sollten tatsächlich Kinder mit schweren Vorerkrankungen zuerst geimpft werden".

(U.Beriyev--DTZ)

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