Deutsche Tageszeitung - Erneut Demonstrant bei regierungskritischen Protesten in Kolumbien getötet

Erneut Demonstrant bei regierungskritischen Protesten in Kolumbien getötet


Erneut Demonstrant bei regierungskritischen Protesten in Kolumbien getötet
Erneut Demonstrant bei regierungskritischen Protesten in Kolumbien getötet / Foto: ©

Bei den anhaltenden Protesten gegen die Regierung des rechtsgerichteten Präsidenten Iván Duque ist in Kolumbien erneut ein Demonstrant getötet worden. Der 18-jährige Student starb am Mittwoch (Ortszeit) nach Polizeiangaben offenbar an Schussverletzungen, nachdem er am Dienstag an Protesten im Südwesten des Landes teilgenommen hatte. Die Polizei machte keine Angaben, wer auf den Demonstranten geschossen hatte.

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In der Stadt Tuluá war demnach am Dienstagabend eine friedliche Demonstration eskaliert, nachdem mehrere Männer Steine auf Sicherheitskräfte geworfen hatten. In der Folge wurde ein örtliches Justizgebäude in Brand gesteckt sowie mehrere Geschäfte geplündert. Insgesamt starben damit nach offizieller Zählung seit dem Beginn der Proteste 44 Menschen, die meisten davon Zivilisten.

Seit rund vier Wochen gehen tausende Kolumbianer landesweit aus Wut über die Gesundheits-, Sicherheits- und Bildungspolitik der Regierung auf die Straße. Ausgelöst wurden die Proteste durch Pläne für eine Steuerreform, die inzwischen zurückgezogen wurde. Die Proteste richten sich nun aber allgemein gegen die Regierung.

Die Demonstranten fordern bessere Arbeitsbedingungen, eine Reform des Rentensystems, einen besseren Schutz von Menschenrechtsaktivisten und die vollständige Umsetzung des Friedensabkommens mit der Rebellengruppe Farc. Die Proteste sind die blutigsten seit dem Friedensabkommen mit der Farc im Jahr 2016.

(A.Nikiforov--DTZ)

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