Deutsche Tageszeitung - Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liefern sich Schlagabtausch

Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liefern sich Schlagabtausch


Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liefern sich Schlagabtausch
Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liefern sich Schlagabtausch / Foto: ©

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten der großen Parteien einen Schlagabtausch geliefert. Ein zentrales Thema der Debatte zwischen Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff und den Spitzenkandidaten von SPD, Grünen, AfD, Linken und FDP am Montagabend in der "Wahlarena" des MDR war die Corona-Politik. Haseloff verteidigte die Corona-Strategie der schwarz-rot-grünen Landesregierung.

Textgröße ändern:

Der CDU-Politiker verwies dabei auch auf die Bundesgesetzgebung und die vom Bund erlassene Notbremse, der auch Sachsen-Anhalt habe folgen müssen. Auch die Spitzenkandidatinnen der mitregierenden Grünen und SPD, Cornelia Lüddemann und Katja Pähle, betonten, dass die sinkenden Inzidenzwerte auch ein Erfolg von konsequenten Maßnahmen sei.

Die AfD kritisierte dagegen, dass der Lockdown viel eher hätte beendet werden müssen. Die Regierung habe es "nicht geschafft, ein gutes Maß zu finden, in dem was sie einschränkt und in dem was sie freigibt", kritisierte Spitzenkandidat Oliver Kirchner. Haseloff konterte, geredet werde hier "nicht über Zahlen, sondern über Menschenleben".

Die Linken-Spitzenfrau Eva von Angern kritisierte, dass das Parlament bei den Corona-Entscheidungen außen vor gelassen worden sei. FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens bemängelte, dass Maßnahmen wie Ausgangssperren nicht geeignet gewesen seien, um die Gesundheit zu schützen.

Diskutiert wurde in der Kandidatenrunde unter anderem auch über die Bildungspolitik und dabei vor allem den Lehrermangel sowie über Infrastrukturprobleme im ländlichen Raum wie mangelnde Internetanschlüsse und den stockenden Weiterbau der Autobahn 14.

In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag gewählt. In den meisten Umfragen liegt die regierende CDU vorn, dicht gefolgt von der AfD. Die Grünen könnten ihr Wahlergebnis von 2016 verdoppeln, während die SPD auf dem niedrigen Niveau von damals stagniert. Die Linke muss mit Verlusten rechnen, während der FDP nach zehn Jahren der Wiedereinzug in den Landtag gelingen könnte.

Den Umfragen zufolge könnte es rein rechnerisch für eine Fortsetzung der derzeit regierenden schwarz-rot-grünen Koalition reichen. Auch eine Koalition aus CDU, SPD und FDP sowie aus CDU, Grünen und FDP oder eine Viererkonstellation wären denkbar. Haseloff hatte bereits erkennen lassen, dass er die Kenia-Koalition ungeachtet der Streitigkeiten in den vergangenen Jahren etwa um den Rundfunkbeitrag fortführen würde. Eine Koalition mit der AfD oder Linken hat Haseloff ausgeschlossen.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Burnham "offen" für Entschuldigung für britische Rolle im Sklavenhandel

Der britische Premierminister Andy Burnham ist nach eigenen Worten "offen" für eine formelle Entschuldigung für die britische Rolle im früheren transatlantischen Sklavenhandel. "Ich möchte mein Bedauern und mein Mitgefühl für den Schmerz und das Leid so vieler Millionen Menschen ausdrücken", schrieb Burnham am Samstag in einem Gastbeitrag im "Guardian". Reparationen schloss Burnham aber ausdrücklich aus.

Linken-Parteitag: Eralp gibt nach "Angst"-Bericht "Schutzversprechen"

Die Berliner Linken-Spitzenpolitikerin Elif Eralp hat nach dem "Spiegel"-Bericht über ihre Angst vor Hamas-Sympathisanten ein "Schutzversprechen" für die Menschen in Berlin abgegeben. "Ich möchte eine Politik für alle Menschen machen, denn jeder verdient ein gutes Leben in Sicherheit und in Würde", sagte Eralp am Samstag auf einem Linken-Landesparteitag in Berlin. Dieser soll die Koalitionsverhandlungen der Linken mit Grünen und SPD beschließen.

Protesttag in Frankreich: Streit um Route von zentralem Demonstrationszug in Paris

Unmittelbar vor neuen angekündigten Großkundgebungen gegen hohe Lebenshaltungskosten am Samstag in Frankreich gibt es Streit um die Route des zentralen Demonstrationszugs in der Hauptstadt Paris. Die gerichtliche Verlegung der Streckenführung sei eine "schwerwiegende Infragestellung unserer Rechte", erklärte der Studierendenverband Fage. Die Interessenvertretung der Studierenden werde sich nun beraten, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Parteitag der Linken in Berlin: Eralp sieht ihre Partei geeint

Vor dem Landesparteitag der Berliner Linken sieht Spitzenkandidatin Elif Eralp ihre Partei geeint. Sie glaube, "dass die Partei mit ganz, ganz großer Mehrheit sich hinter mich stellen wird", sagte Eralp am Samstagmorgen dem Sender rbb24 Inforadio. "Ich habe Aufrufe von vielen, vielen Menschen aus der Partei bundesweit, dass sie zu 100 Prozent hinter mir stehen und mich unterstützen auf dem Weg ins Rote Rathaus."

Textgröße ändern: