Deutsche Tageszeitung - Cyberangriff auf US-Tochter von JBS mutmaßlich von Russland aus geführt

Cyberangriff auf US-Tochter von JBS mutmaßlich von Russland aus geführt


Cyberangriff auf US-Tochter von JBS mutmaßlich von Russland aus geführt
Cyberangriff auf US-Tochter von JBS mutmaßlich von Russland aus geführt / Foto: ©

Der Cyberangriff auf die US-Tochter des weltgrößten Fleischkonzerns JBS ist nach Erkenntnissen der Firma mutmaßlich von Russland aus geführt worden. Die JBS-Tochterfirma habe der US-Regierung die Information übermittelt, dass eine "wahrscheinlich in Russland ansässige" kriminelle Organisation für die Attacke verantwortlich sei, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. Demnach verknüpften die Cyberkriminellen ihre Attacke mit einer Lösegeldforderung.

Textgröße ändern:

Das Weiße Haus habe Kontakt zur russischen Regierung aufgenommen, um die Botschaft zu übermitteln, "dass verantwortungsbewusste Staaten keine Ransomware-Kriminellen beherbergen", erklärte Sprecherin Karine Jean-Pierre. Bei Ransomware handelt es sich um eine Software, mit der Computersysteme gesperrt oder verschlüsselt werden, um von den Nutzern Geld für die Freigabe der Daten zu erpressen.

Der am Sonntag festgestellte Hackerangriff beeinträchtigte die Geschäfte von JBS USA in Nordamerika und Australien. In Australien mussten tausende Beschäftigte nach Hause geschickt werden.

Der brasilianische Mutterkonzern erklärte, alle betroffenen Systeme seien gestoppt und die Behörden informiert worden. Eigene sowie externe IT-Experten seien im Einsatz, um die Folgen des Hackerangriffs zu beheben. Dies werde einige Zeit in Anspruch nehmen, was einige Transaktionen mit Kunden und Zulieferern verzögern könne.

JBS verarbeitet Rindfleisch, Geflügel und Schweinefleisch und ist einer der größten Lebensmittelkonzerne der Welt. Er verkauft Fleisch in Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern, in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Europa und Großbritannien.

Multinationale Konzerne sind regelmäßig Ziel von Hackerangriffen. Anfang Mai wurde die größte Pipeline der USA von Cyberkriminellen attackiert. Nach dem Angriff wurde das gesamte Rohrleitungsnetz der Firma Colonial Pipeline, das von Texas bis in den Großraum New York führt, vorübergehend stillgelegt. Das Unternehmen räumte ein, ein Millionen-Lösegeld an die Hacker gezahlt zu haben

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

USA, Südkorea und Japan fordern "vollständige Denuklearisierung" Nordkoreas

US-Außenminister Marco Rubio und seine Kollegen aus Südkorea und Japan haben eine "vollständige Denuklearisierung" Nordkoreas gefordert. Rubio, der südkoreanische Außenminister Cho Hyun und der japanische Chefdiplomat Toshimitsu Motegi "bekräftigten ihre entschlossene Verpflichtung zur vollständigen Denuklearisierung" Nordkoreas bei Gesprächen am Freitag am Rande des G20-Außenministertreffens in den USA, wie das US-Außenministerium am Samstag mitteilte.

UN-Mission in Somalia nach mehr als 30 Jahren beendet

Nach mehr als drei Jahrzehnten diplomatischer Friedensbemühungen der Vereinten Nationen in Somalia ist die Untmis-Mission am Samstag offiziell zu Ende gegangen. Das ostafrikanische Land habe in den vergangenen Jahren "beträchtliche Fortschritte" gemacht, "auch wenn erhebliche Herausforderungen bestehen bleiben", erklärte Untmis-Leiter Raisedon Zenenga. Somalische Institutionen sollten nun die meisten der bisher von der UNo ausgeführten Aufgaben übernehmen.

Burnham "offen" für Entschuldigung für britische Rolle im Sklavenhandel

Der britische Premierminister Andy Burnham ist nach eigenen Worten "offen" für eine formelle Entschuldigung für die britische Rolle im früheren transatlantischen Sklavenhandel. "Ich möchte mein Bedauern und mein Mitgefühl für den Schmerz und das Leid so vieler Millionen Menschen ausdrücken", schrieb Burnham am Samstag in einem Gastbeitrag im "Guardian". Reparationen schloss Burnham aber ausdrücklich aus.

Linken-Parteitag: Eralp gibt nach "Angst"-Bericht "Schutzversprechen"

Die Berliner Linken-Spitzenpolitikerin Elif Eralp hat nach dem "Spiegel"-Bericht über ihre Angst vor Hamas-Sympathisanten ein "Schutzversprechen" für die Menschen in Berlin abgegeben. "Ich möchte eine Politik für alle Menschen machen, denn jeder verdient ein gutes Leben in Sicherheit und in Würde", sagte Eralp am Samstag auf einem Linken-Landesparteitag in Berlin. Dieser soll die Koalitionsverhandlungen der Linken mit Grünen und SPD beschließen.

Textgröße ändern: