Deutsche Tageszeitung - Taliban fordern von Ortskräften internationaler Truppen "Reue"

Taliban fordern von Ortskräften internationaler Truppen "Reue"


Taliban fordern von Ortskräften internationaler Truppen "Reue"
Taliban fordern von Ortskräften internationaler Truppen "Reue" / Foto: ©

In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban Ortskräfte der internationalen Truppen zur "Reue" aufgefordert. Sie sollten "Reue zeigen und in Zukunft solche Aktivitäten unterlassen, die als Verrat am Islam und am Land gelten", teilten die Taliban am Montag mit. "Dann sollten sie von unserer Seite aus nicht in Gefahr sein."

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Mit dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan wächst bei den Ortskräften die Angst vor Rache der Taliban. In den vergangenen Jahren wurden dutzende afghanische Übersetzer von Taliban-Kämpfern getötet oder gefoltert.

"Aber wenn sie die feindlichen Reihen verlassen und sich für ein Leben als normale Afghanen in ihrer Heimat entscheiden, werden sie keine Probleme haben und sollten daher keine Angst haben", hieß es in der Taliban-Erklärung weiter.

Zahlreiche Übersetzer der internationalen Truppen haben das Land bereits verlassen; einige wurden von ihren früheren Arbeitgebern in Sicherheit gebracht.

In den vergangenen Wochen gab es mehrere Demonstrationen afghanischer Ortskräfte in Kabul. Sie forderten die ausländischen Truppen und Botschaften auf, sie im Ausland in Sicherheit zu bringen.

"Sie verfolgen uns", sagte ein Übersetzer der Nachrichtenagentur AFP. "Die Taliban werden uns nicht vergeben. Sie werden uns töten und uns enthaupten."

US-Präsident Joe Biden hat einen vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan bis spätestens 11. September angekündigt, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge von New York und Washington, die Ausgangspunkt der US-Intervention in Afghanistan waren. Die US-Armee hat bereits mehrere Militärstützpunkte an die afghanischen Streitkräfte übergeben.

(V.Sørensen--DTZ)

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